Samstag, 28. Dezember 2013

Mehr als nur biblische Geschichten: Abel und Kain – Zwei Seelen wohnen, ach! in meiner Brust

Nach einiger Zeit opferte Kain dem Herrn einen Teil seiner Ernte. Und auch Abel opferte ihm von den erstgeborenen Lämmern aus seiner Herde und von ihrem Fett. Der Herr sah wohlwollend auf Abel und nahm sein Opfer an, Kain und sein Opfer jedoch wies er zurück. Da wurde Kain sehr zornig und er blickte grimmig zu Boden.
1. Mose 4, 4-5

Später schlug Kain seinem Bruder Abel vor: “Komm, wir gehen aufs Feld hinaus.” Als sie dort waren, fiel Kain über seinen Bruder her und schlug ihn tot.
1. Mose 4, 8

Ein afrikanischer Christ beschreibt den Missionaren seinen geistlichen Kampf als ein Kampf zwischen einem schwarzen und weißen Hund. Der Hund, der das meiste Futter bekommt, gewinnt. Diese Geschichte ist mir zwar verständlich, doch die Kämpfe in mir konnte ich bis jetzt nicht auf einen Hundekampf reduzieren. Statt Hunde, scheinen eher, um mit Goethe zu sprechen, zwei Seelen in mir zu wohnen. Und als ich die Geschichte von Kain und Abel las, bekamen die Seelen Namen.
An manchen Tagen bin ich Abel. Ich will das Gute und tue es auch, ich gebe Gott mein Bestes und trotzdem widerfährt mir Böses. Ich helfe und werde abgelehnt. Ich liebe und werde dafür gehasst. Ich opfere meine Zeit und bekomme keinen Dank dafür. Ich schenke und werde bestohlen. Ich rede gut über andere und andere reden schlecht über mich.
An manchen Tagen bin ich Kain. Ich werde wütend, wenn Gott meine Wünsche nicht erfüllt. Ich habe doch so lange gebetet und soviel geopfert und erreiche mein Ziel trotzdem nicht. Wut und Zorn überkommen mich. Wie kann Gott ein liebender Vater sein, wenn er mir den einfachsten Wunsch nicht erfüllt?! Ich habe doch so um einen Partner gebeten und Gott schließt jeden nur möglichen Weg. Und dann diese Bekannte, hat keine Ausstrahlung, keine Ausbildung, keine Lebensziele und sie bekommt so einen guten Mann. Das ist ungerecht! Wie kann Gott nur? Schon fallen böse, negative Worte über diese Person. Oder: Ich habe doch so hart gearbeitet, um mir etwas finanzielle Sicherheit aufzubauen und doch kommt ein Schlag nach dem anderen. Sieht Gott mich überhaupt? Meinen Nachbarn hat er wohl gesehen, denn der hat sich noch nur selten überarbeitet und trotzdem ein großes Erbe von seinem Vater bekommen. Wie kann Gott so ungerecht sein und die Falschen belohnen. Wieder fallen böse, negative Worte über die andere Person.
Abel und Kain – beide in mir vereint. Gott sah wohlwollend auf Abel und trotzdem wurde er von seinem Bruder umgebracht. Kain hatte die Möglichkeit sich zu ändern und entschied sich trotzdem für einen Mord. Wie kann Gott wohlwollend auf Abel schauen und trotzdem so eine schreckliche Tat zulassen? Warum hat Gott nicht die Hand vorgehalten? Warum beschützt Gott nicht die guten Menschen? Viele haben schon versucht eine Antwort auf diese Frage zu finden. Ich glaube, jeder muss diese Frage für sich selber beantworten. Es gibt keine allgemeine Antwort, die allen zufriedenstellen wird.
Wenn ich an die zwei Seelen in meiner Brust denke, die sich Abel und Kain nennen, weiß ich, dass ich Gottes Schutz nicht verdient habe. Ich bin nicht jeden Tag Abel. Ich bin nicht jeden Tag nur gut. Ich bin auch Kain. Ich verletze und töte mit meinen Worten und Taten. Wenn ich mich darauf verlassen sollte, dass Gott nur die guten Menschen beschützt, dann bekomme ich seinen Schutz nicht. Gott gab Kain nach dem Mord ein Zeichen, damit ihn niemand töten sollte. Gott beschützte Kain. Auch wenn ich den Kampf zwischen Gut und Böse verliere, beschützt Gott mich. Da Gott weiß, dass ich ständig zwischen Abel und Kain wechsle, beschützt er mich – auf seine Weise. Wenn ich durch die Augen Kains sehe, verstehe ich seinen Schutz nicht und werde wütend, wenn mir etwas zustösst oder meine Wünsche sich nicht erfüllen. Wenn ich durch die Augen Abels blicke, sehe ich sein Wohlwollen und seine Liebe.
Liebe ist auch das Wort das über Abel und Kain steht. Abel opferte Gott das Beste und wurde getötet. Was hat das mit Liebe zu tun? Mutter Theresa soll folgendes gesagt haben:

“Die Menschen sind unvernünftig, irrational und egoistisch.
Liebe diese Mensche trotzdem.
Wenn du Gutes tust, werden dich die Menschen beschuldigen, dabei selbstsüchtige Hintergedanken zu haben.
Tue trotzdem Gutes.
Wenn du erfolgreich bist, gewinnst du falsche Freunde und wahre Feinde.
Sei trotzdem erfolgreich.
Das Gute, das du heute getan hast, wird morgen schon vergessen sein.
Tue trotzdem Gutes.
Ehrlichkeit und Offenheit machen dich verwundbar.
Sei trotzdem ehrlich und offen.
Die Menschen bemitleiden Verlierer, doch sie folgen nur den Gewinnern.
Kämpfe trotzdem für ein paar von den Verlierern.
Woran du Jahre gebaut hast, das mag über Nacht zerstört werden.
Baue trotzdem weiter.
Die Menschen brauchen wirklich Hilfe, doch es kann sein, dass sie dich angreifen, wenn du ihnen hilfst.
Hilf diesen Menschen trotzdem.
Gib der Welt das Beste, was du hast, und du wirst zum Dank dafür einen Tritt erhalten.
Gib der Welt trotzdem das Beste.
Letztendlich ist dann alles eine Angelegenheit zwischen dir und Gott.
Sowieso war es nie eine Angelegenheit zwischen dir und anderen.”

Abel brachte Gott nicht ein Opfer um beschützt zu werden, sondern um sein Wohlwollen zu bekommen. Lieben um der Liebe willen und nicht um Schutz oder Erfolg zu bekommen.
Und wie können wir den Kain in uns durch Liebe ersetzen? Wir haben vielleicht noch nie einen Menschen umgebracht und doch können unsere Worte und unsere Taten töten. Das Gebot “Du sollst nicht töten” steht nur paar Sätze über “Du sollst keine falsche Aussage über einen deiner Mitmenschen machen.” Paulus drückt es in Römer 13, 9-10: “Die Gebote gegen Ehebruch, Mord, Diebstahl und Begehren sind – wie auch alle anderen Gebote – in diesem einen Gebot zusammengefasst: ´Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.´ Die Liebe fügt niemandem Schaden zu; deshalb ist die Liebe die Erfüllung von Gottes Gesetz.”
Liebe ist die Antwort, wenn ich Abel bin. Liebe ist die Antwort, wenn Kain in mir herrscht. Liebe ist auch die Antwort, wenn jemand mich verletzt und Schaden zufügt. Gott sieht mich und liebt mich, auch wenn der Kampf zweier Seelen in mir weitergeht. Seine Antwort auf den Kampf ist seine Liebe.

Dienstag, 24. Dezember 2013

Es geht nicht um mich

Es geht nicht um mich und gerade deshalb bin ich einzigartig und geliebt. Es geht nicht um mich in diesem Leben und auf dieser Welt. Es geht nicht um meine Bedürfnisse. Es geht nicht darum, wie ich mich fühle und wie es mir geht. Es geht einfach nicht um mich.
Hart, aber wahr. Es geht nicht um mich. Dieser Satz will sich nicht in meinen Gedanken festsetzen. Alles in mir wehrt sich dagegen. Es soll nämlich um mich gehen. Ich kann mich selbst nicht loslassen. Verzweifelt suche ich Argumente, warum es doch um mich gehen soll. Der Körper spielt mit und ich werde buchstäblich krank. Und das nur, weil ich mich gegen diese Wahrheit wehre: Es geht nicht um mich.
Damit es nicht um mich geht, gab Gott das Beste für mich. Eigentlich ein Widerspruch, nicht wahr? Damit es nicht um mich geht in diesem Leben und auf dieser Welt, gab der Mächtigste und Größte das Beste. Gott ließ seinen Sohn Jesus Christus auf diese Welt kommen, damit ich von meiner Ich-Sucht befreit werden konnte. Er gab alles, damit ich aufhören kann um mich selbst zu drehen. Er gab mir das Liebste, das Beste, das Heiligste, das größte Opfer aller Zeiten, damit es nicht mehr um mich geht.
Dieser Gedanke ist so groß, dass ich ihn nur teilweise und manchmal auch nur zeitweise verstehe. Es gibt kurze Momente, wo ich mir dieser wunderbaren Wahrheit bewusst bin und ich kann von mir wegschauen und über diesen Gedanken staunen.
Gott liebt mich so sehr, dass er das Beste gab, damit ich von mir loslassen kann. Er, der Allmächtige, sieht meinen Egoismus und meine Selbstsucht. Er sieht, wie zerstörerisch es ist, wenn sich alles um mich selbst drehen soll. Er sieht meinen seelischen und körperlichen Schmerz, der dadurch verursacht wird. Und er will mich frei machen. Frei von den Umdrehungen um mich selbst. Frei von unerfüllten Bedürfnissen und Sehnsüchten. Frei von mich selbst.
Er gab seinen Sohn. Er ließ das Beste los, damit ich mich selbst loslassen kann. Er gab auf, damit ich aufnehmen kann. Damit ich aufnehmen kann, muss ich von mir wegschauen und auf das Schauen, was Gott mir gibt. Seinen Sohn. Das Beste und Liebste was er je hatte. Gott hat losgelassen um zu geben. Ich darf loslassen um aufzunehmen. Ich werde beschenkt, wenn ich das kostbarste aller Geschenke annehme.
Es geht nicht um mich. Es geht um das Geschenk, dass wir diese Tage feiern. Es geht um die Geburt Jesu. Es geht um den Sohn Gottes. Gott gab, damit ich loslassen kann. Nur wenn ich loslasse, kann ich die Liebe Gottes in meinem Leben erfahren. Nur wenn ich loslasse, werde ich erkennen, wie geliebt und wertvoll ich bin. Deshalb geht es nicht um mich. Nicht in diesem Leben und nicht auf dieser Welt. Zu keinem Zeitpunkt geht es um mich! Es geht um die Erfüllung aller Bedürfnisse, die ich erleben kann, wenn ich aufhöre zu denken, dass es um mich geht.

Donnerstag, 19. Dezember 2013

Nur ein kleines Rädchen im Getriebe

Vorweihnachtszeit. Gefüllt mit Aktivitäten und mit Aufgaben, die darauf warten, abgehakt zu werden. Es gibt oft mehr zu tun, als der Tag Stunden hat. Hier ein Kuchen backen, dort ein Besuch, hier eine kleine Hilfeleistung, dort jemanden Zeit schenken. Und irgendwann, fast unmerklich, verliere ich die Realität aus dem Auge.
Das kleine Rädchen in einem großen Getriebe dreht sich um sich selbst. Und während es sich nur um sich selbst dreht, verliert es den Blick für das Ganze. Es sieht nur sich selbst. Es achtet nur auf seine eigenen Umdrehungen und vergisst, dass es nur ein kleines Rädchen im Getriebe ist. Je länger es sich um selbst dreht, desto wichtiger kommt es sich vor. “Ohne mich dreht hier nichts”, beginnt es zu denken. “Wenn ich nicht drehe, bleibt die Welt stehen.” Während es sich immer wichtiger nimmt, überkommt diesem Rädchen auch eine Welle von Mitleid. Es fängt sich an zu bedauern. “Immer muss ich drehen. Wenn ich nicht drehe, dreht nichts mehr und ich bin schon so müde!” Es hat die Realität aus den Augen verloren.
Wenn ich diesen Punkt erreiche und merke, dass ich mich selbst zu wichtig nehme und mich bemitleide, ist es Zeit die Perspektive zu wechseln. Es ist Zeit, wieder das ganze Bild zu sehen und mich als das zu sehen, was ich bin: nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Am schnellsten gelingt mir der Perspektivenwechsel, wenn ich Jesaja 40 lese. Dieses Kapitel beschreibt die Größe Gottes und wo ich als Mensch stehe. Der Schreiber braucht Bilder aus dem Alltag, um zu zeigen, wer ich als Mensch bin und wie groß Gott ist.

Der Mensch ist wie Gras:
Vers 6a – 7: “Menschen sind wie Gras. Ihre Schönheit ist wie eine Feldblume. Das Gras verdorrt und die Blumen welken, wenn der Atem des Herrn über sie weht. Ja, wirklich: Das Volk ist wie Gras.”
Welch eine Ernüchterung, nicht wahr?

Die Menschheit – ein Staubkörnchen
Vers 15: "Die Völker sind in seinen (Gottes) Augen wie ein Tropfen am Eimer, wie ein Staubkorn auf einer Waage. Ferne Länder fallen bei ihm nicht mehr als ein Staubkörnchen ins Gewicht."  
Mein Dasein hat weniger Gewicht als ein Staubkorn und ich dachte, ich wäre wichtig.

Wie groß ist Gott?
Vers 16 und 17: "Die Wälder des Libanon enthalten nicht genügend Brennholz und alle seine Tiere wären nicht genug für ein Brandopfer.  Die gesamte Weltbevölkerung ist in seinen Augen nichts."

Nicht mal die wirklich wichtigen Menschen sind wichtig:
Vers 23 und 24: "Er macht die Großen dieser Welt wirkungslos und die obersten Richter zunichte. Kaum sind sie gepflanzt, kaum habe sie Wurzeln geschlagen, da bläst er über sie hinweg und sie müssen verdorren. Der Sturm trägt sie fort wie Spreu."

Wenn ich diese Verse in mir wirken lasse, bekomme ich wieder ein Blick für das ganze Bild. Ich sehe mich als das kleine Rädchen im Getriebe, dass sich Tag für Tag um sich selbst dreht. Mich überfällt eine erleichternde Müdigkeit. Ich bin nicht für alles zuständig. Das Leben dreht weiter, auch wenn ich nicht da bin. Es geht auch ohne mich. Wie befreiend ist dieser Gedanke! Wie ermüdend war es, mich für alles verantwortlich zu machen.
Diese Müdigkeit sieht Gott und hier zeigt sich seine wahre Größe. Er weiß wie klein und unbedeutend ich bin im Vergleich zu seiner Größe und trotzdem bin ich ihm nicht egal. Er kümmert sich um die Menschen wie ein Hirte um seine Schafe. Vers 11 beschreibt diese Fürsorge: "Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte: Die Lämmer wird er im Arm tragen und sie auf seinem Schoß halten, die Mutterschafe wird er freundlich leiten." Er weiß auch um meine Müdigkeit und wie kraftlos ich mich manchmal fühle: “Er gibt den Erschöpften neue Kraft; er gibt den Kraftlosen reichlich Stärke.” (Vers 29)
Ich bin nur ein kleines Rädchen im Getriebe. Wenn ich mich zulange um mich selber drehe, verliere ich die Realität aus den Augen. Wenn ich mir die Größe Gottes vor Augen führe, wird mir bewusst, dass ich weniger Gewicht habe, als ein Staubkörnchen. Dieses Bild befreit mich von meinen hohen Erwartungen an mich selbst. Es gibt einen Gott, der über alles steht und der mich trotzdem sieht und sich um mich kümmert. Ich darf müde sein und er, der große Gott, gibt mir Kraft und Stärke. Ich bin zwar nur ein Staubkorn, aber ein von Gott geliebtes Staubkörnchen!

Mittwoch, 11. Dezember 2013

Seid still

Unsere Siebenjährige bastelte gestern Weihnachtskarten, nicht zum verschenken, sondern um unsere Sammlung von Weihnachtskarten zu vergrößern. Ihre Ideen für Weihnachtskarten waren etwas ungewöhnlich. Statt Sterne, Kerzen oder eine Krippenszene bastelte sie ein großes Herz mit einem freundlichen Gesicht und einen Frosch. Der Frosch, so erzählte sie mir, sagt zu den anderen Fröschen: “Seid still, Jesus ist geboren.”
Der Weihnachtsfrosch hängt jetzt zwischen den traditionellen Weihnachtskarten. Jedesmal wenn ich in sein Gesicht schaue, denke ich an die Worte unserer Tochter: “Seid still, Jesus ist geboren.” Deutlicher, klarer, direkter und treffender kann es nicht gesagt werden, worum es in der Weihnachtszeit geht. Still zu werden und das Wunder der Geburt Jesu in meinem Herzen wirken zu lassen. Nur in der Stille, werde ich das Wunder der Geburt Jesu erfassen können. Nur in der Stille, werde ich die wahre Bedeutung von Weihnachten erleben. 
Die blinkenden Weihnachtslichter, die tollen Weihnachtskarten, der geschmückte Baum, die duftenden Plätzchen im Ofen und die liebevoll verpackten Geschenke bilden nur den äußeren Rahmen der Weihnachtszeit. Sie sind die Verzierung einer besonderen Zeit, nicht der Inhalt. Der Inhalt von Weihnachten, die Füllung des äußeren Rahmen ist die Geburt Jesu. Der Sohn Gottes verließ den Himmel, um als kleines, hilfloses Kind in diese Welt zu treten. Dieses Wunder kann ich nur erkennen, wenn ich still werde. Es geht um den Inhalt, nicht um die Dekoration. Es geht um die Geburt Jesu, nicht um das weihnachtliche Drumherum.
Damals wie heute haben die Menschen dieses Wunder erleben können, die still waren. Bei der Geburt Jesu waren es die Weisen aus dem Morgenland. Sie hatten den Stern gesehen und sich auf dem Weg gemacht. Sie hatten am Himmel einen Stern gesehen und alles stehen und liegen gelassen und sich auf dem Weg gemacht. Wann habe ich zum letzten Mal alles stehen und liegen gelassen um überhaupt die Sterne am Himmel zu beobachten? Was kann ich in dieser Weihnachtszeit stehen und liegen lassen um Weihnachten in der Stille und in der Ruhe meines Herzen zu feiern?
Die Hirten auf dem Feld, fernab von der Zivilsation, erfuhren durch einen Engel persönlich, dass Jesus geboren war. In der Stille, wo nichts sie ablenken konnte, wurden sie eingeladen, das Wunder mit eigenen Augen zu sehen. In der Ruhe der Nacht, wenn alles still um mich ist, wie still es ist in mir? Habe ich, wenn alles um mich herum ruhig ist, die Ruhe, auf Gott zu hören? Oder ist es zu unruhig in mir? Zuviele Sorgen um den äußeren Rahmen von Weihnachten? Zuviel Ablenkung? Ein ruhiger Abend, ohne jegliche Störung kann in uns ein kleines Wunder bewirken.
Simon und Hanna im Tempel hatten das Vorrecht, das Wunder der Geburt Jesu mit eigenen Augen zu sehen und sogar anzufassen. Im Tempel, im Haus Gottes erkannten sie das Wunder. Nicht draußen auf dem Markt oder zuhause bei der Arbeit. In der Stille wo sie bewusst in die Gegenwart des allmächtigen Gottes traten, erkannten sie den Sohn Gottes. Sogar in der Gestalt eines Babys erkannten sie ihn. Diese Tage kam mir immer wieder das Lied “Nimm Zeit dir zur Andacht und Ruh zum Gebet”, in den Sinn. Vielleicht sollte es in der Kategorie “Weihnachtslieder” aufgenommen werden um uns daran zu erinnern, dass die wahre Bedeutung von Weihnachten in der Andacht und im Gebet gefunden werden kann. 
Alles stehen und liegen lassen wie die Weisen oder Tag für Tag in der Kirche verweilen wie Hanna und Simon ist für uns vielleicht nicht möglich. Das Leben geht weiter, das Haus will geputzt, das Essen gekocht, Kunden wollen bedient werden und Steuern müssen bezahlt werden. Momente der Stille sind auch am stressigsten Tag möglich und sei es für 10 Minuten. Für eine kurze Zeit alles ab- und ausschalten und in den Gedanken den Weg zur Krippe gehen. Vor der Krippe niederknien und das Wunder der Geburt des Sohnes Gottes mit eigenen Augen sehen. Der Sohn des allmächtigen Gottes, in Windeln gewickelt liegt in einer Krippe. So groß ist seine Liebe zu uns. Er gab sein Bestes für mich. Damit ich gerettet werden konnte. Lass es in dir wirken. Lass die Liebe Gottes durch ein kleines Baby in der Krippe in dein Herz dringen. Dann öffne die Augen und tritt wieder zurück ins Leben, in die Hektik des Alltags. Es läuft genauso weiter, aber ich sehe es mit anderen Augen. Die kurze Zeit der Ruhe und der Stille haben das Wunder der Weihnacht groß gemacht. 
Bei den Weisen war es ein Stern und bei den Hirten ein Engel, die auf die Geburt Jesu hinwiesen. Bei mir war es ein Weihnachtsfrosch, gemalt von einer Siebenjährigen, der mir sagte: “Seid still, Jesus ist geboren!”

Sonntag, 24. November 2013

Facebook - meine Erfahrungen und Gedanken

Folgende Gedanken wurden auf dem Radiosender ZP-30 (http://www.zp30.com.py/) von mir gebracht. Hier die etwas veränderte Version:

Als Christin und als Frau im Facebook
Am 28. April 2007 ging ich ins Facebook. Wie ich das Datum so genau weiß? Es heißt ja, das Internet vergisst nicht und genauso ist es. Jede meiner Bewegungen im Internet wird irgendwo gespeichert und kann zurückverfolgt werden. Genauso auch das Datum, wann ich in ins Facebook eingestiegen bin.
Eingeladen wurde ich von einer Freundin aus meiner Studienzeit in Canada. Ich war begeistert, durch Facebook den Kontakt zu Freunden und Verwandten im Ausland aufrechterhalten zu können. Mit der Zeit wurde
Facebook auch in meiner Umgebung bekannter und ich war mit vielen Personen befreundet. Drei Jahre lang führte ich eine Haushaltsseite, wo wir uns gegenseitig Mut machten, unseren Haushalt und alles was dazugehört unter einem Hut zu bekommen.
Nach sechs Jahren entschloss ich mich, für einige Monate aus Facebook rauszugehen. Ich wollte wissen, wie der Alltag ohne Facebook aussieht. Was würde ich vermissen? Würde mir der Kontakt fehlen?
Nach einigen Wochen stellte ich fest, dass ich den Kontakt zu meinen Freunden und Verwandten im Ausland vermisste. Der Kontakt zu meinen Freunden aus meinem Umkreis hatte sich verändert. Da wir uns jetzt nicht über Facebook “sahen”, haben wir uns inzwischen oder ein SMS geschrieben. Die Begegnungen “Face to Face” waren intensiver und herzlicher.
Es gab auch Kritik, dass ich nicht mehr im Facebook war und ich wurde sogar als altmodisch bezeichnet.
Was ich nicht vermisste, waren die ganzen gutgemeinten Sprüche und Bilder, die sehr gerne ins Facebook gestellt werden. Manche Sprüche enthielten eine tiefe Wahrheit, andere stimmten einfach nicht mit der biblischen Wahrheit überein. Auch die vielen tollen Ideen, was man alles basteln oder malen kann, habe ich nicht vermisst. Sie frustrierten mich immer wieder, weil es zwar sehr hübsch anzusehen war, mir aber entweder das Material oder die Zeit fehlte, es nachzubasteln.
Vorallem war ich froh, nicht mehr die vielen negativen Kommentare über die Mitmenschen und die Gesellschaft lesen zu brauchen. Es war für mich manchmal deprimierend zu lesen, wie über Mitmenschen im Facebook geschrieben wurde.
Manchmal hatte ich meine Bedenken meine Facebook-Seite aufzumachen, wenn meine Kinder an meiner Seite waren, weil Bilder von misshandelten Tiere oder sogar Menschen hineingestellt wurden. Einige stellten Fotos von Begräbnissen hinein oder jemand hatte eine Wunde am Körper, fotografierte diese ausführlich und stellte sie ins Facebook. Ich stellte mit der Zeit fest, dass das Leben an manchen Tagen schon schwer genug ist, um mir noch alle die negativen und deprimierenden Gedanken und Bilder meiner Facebook-Freunde anzusehen und zu lesen.
Jemand hat mal gesagt, dass die Distanz eine Mutter der Erkenntnis ist. Durch Distanz, durch Abstand kann ich besser erkennen, was mir wichtig ist und was nicht. Abstand von Facebook hat mir geholfen, die Vor- und Nachteile von diesem sozialen Netzwerk zu sehen. Ich habe nach einigen Monaten alle Kontakte, die aus Paraguay sind, von meiner Facebook-Seite gelöscht und nur meine Freunde und Verwandte aus dem Ausland gehalten. Das war ja am Anfang der Grund, warum ich überhaupt ins Facebook gegangen war. Freunde und Verwandte in Paraguay kann ich anrufen oder besuchen.
Ich habe mir in diesen Jahren immer wieder Gedanken gemacht, wie ich als Christin, als Frau und als Mutter mich im Facebook verhalte kann oder soll.
Zuerst muss ich für mich selber klar haben, warum ich im Facebook bin. Geht es mir um die Kontakte mit Leuten, die ich nicht so oft sehe? Bin ich aus Neugierde da, um alles zu lesen und eventuell weiterzuerzählen, was andere hineinstellen? War der Gesellschaftsdruck zu gross? Weil einige Freunde im Facebook sind, muss ich auch? Brauche ich diese Seite für mein Geschäft, um Sachen zu verkaufen und weil ich dadurch ein besseres Kundenangebot bieten kann? Wer ganz ehrlich sich mit dem “WARUM bin ich in Facebook?” beschäftigt, hat es nachher leichter und vielleicht auch Mut, für einige Zeit ganz auszusteigen.
Ein zweiter Gedanke: wenn ich mein Haus entrümple und mir nicht sicher bin, ob ich eine Sache behalten soll oder nicht, stelle ich mir drei Fragen:
Brauche ich dich wirklich? 
Erleichterst du mein Leben? 
Machst du mich glücklich? 
Wenn wir es auf Facebook anwenden, können wir uns fragen:
Brauche ich Facebook wirklich?
Erleichtert Facebook mein Leben?
Wird mein Alltag, mein Leben leichter, weil ich jetzt diese Seite habe?
UND: Macht Facebook mich glücklich? Sagen mein Mann, meine Kinder oder Freunde, ich soll mal wieder Zeit mit Facebook verbringen, weil ich danach soviel entspannter und glücklicher bin? Mein Mann hat es noch keinmal gesagt, also nehme ich an, dass mir Facebook nicht so sehr glücklich gemacht hat. Ich weiss aber, dass Zeit mit Gott, Sport oder ein Abend mit meiner Familie oder Freunde mich glücklich machen.
Ein dritter und letzter Gedanke: was stelle ich auf Facebook als Christin und als Frau rein? Welche Kommentare gebe ich von mir? Mir fiel der Vers aus Philipper 4, 8 ein. Da heißt es so: “Im Übrigen, meine Brüder: Richtet eure Gedanken auf das, was gut ist und Lob verdient, was wahr, edel, gerecht, rein, liebenswert und schön ist.” Wenn ich diesen Vers auf Facebook übertrage, könnte er so lauten: Im Übrigen, meine Facebook-Braucherinnen: Richtet eure Kommentare und Bilder auf das, was gut ist und Lob verdient, was wahr, edel, gerecht, rein, liebenswert und schön ist.
Wenn ich etwas ins Facebook schreibe, kann ich mir folgende Fragen stellen:
Ist es gut, was ich jetzt schreibe?
Verdient es Lob?
Ist es wahr, was ich schreibe? Sind die Sprüche, die ich auf meine Seite stelle, wahr? Enthalten sie eine biblische Wahrheit?
Sind meine Kommentare edel?
Ist es gerecht? Ist es gerecht, wenn ich schreibe, dass jemand mich verletzt hat? Ist es gerecht dieser Person gegenüber, die es vielleicht nicht mal gemerkt hat und keine Möglichkeit hat, sich zu verteidigen?
Sind es reine Absichten, mit denen ich Bilder oder Gedanken teile? Bei mir waren es nicht immer reine Absichten, manchmal wollte ich jemanden auf etwas aufmerksam machen, ohne es direkt zu sagen.
Ist es liebenswert oder schön?
Vielleicht denkt jetzt jemand, dann kann ich ja nichts ins Facebook stellen, wenn ich all diese Fragen ehrlich beantwortet habe. Damit wären wir dann wieder bei der ersten Frage: warum bin ich im Facebook?
Auf der Willkommenseite von Facebook heisst es: “Facebook ermöglicht es dir, mit den Menschen in deinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalte mit diesen zu teilen.” Ich habe diesen Satz für mich umgeändert und behaupte: Facebook ist eine von vielen Möglichkeiten, mit den Menschen in meinem Leben in Verbindung zu treten. Facebook ist NUR eine von vielen Möglichkeiten. Ein Anruf, ein Besuch, eine Umarmung, eine Karte oder Brief über Post sind für mich weitaus bessere Möglichkeiten um mit den Menschen in meinem Leben in Verbindung zu treten und Inhalten mit diesen zu teilen.
Wer ehrlich darüber nachdenkt, warum er oder sie im Facebook ist und diese Seite nach Philipper 4, 8 anwendet, wird weniger Zeit vor dem Bildschirm und mehr Zeit mit echten Kontakten verbringen.

Dienstag, 12. November 2013

Windmühlen-Denken

“Wenn der Wind der Veränderung weht, bauen die einen Mauern und die anderen Windmühlen” will ein chinesisches Sprichwort behaupten. Veränderungen lösen gemischte Gefühle aus. Jemand der offen für Neues ist und sich stets auf der Suche nach kreativen Ideen befindet, freut sich und ist begeistert, wenn der Wind der Veränderung zu wehen anfängt. Andere, die alles gerne beim Alten halten wollen und sich mit neuen Ideen schwertun, gehen erst einmal in die Defensive und verschanzen sich hinter ihre Mauern der Gewohnheit.

Diese Tage las ich einen Artikel von einen meiner gewesenen Lehrer. Er war zu meiner Schulzeit ein Windmühlen-Denker. Er forderte uns heraus, Neues zu wagen – auch wenn Misserfolg vorprogrammiert war. Er ermutigte uns, Veränderungen selber zu produzieren, statt darauf zu warten, dass jemand sie für uns in Gang setzte. Wir wurden angeregt, viel zu lesen um immer auf dem neuesten Stand der Dinge in möglichst vielen Bereichen zu sein.
Umso erstaunter war ich, dass sein Artikel lauter Mauern enthielt. Der Wind der Veränderung weht zur Zeit durch unsere Schulen und er wies die Leser auf alle möglichen Mauern hin, die er durch diese Veränderungen sah. Noch war keine Veränderung in die Tat umgesetzt worden und doch fuhr manch ein Leser knallhart gegen seine Denk-Mauern. Wo war sein Windmühlen-Denken geblieben? Welche positiven Möglichkeiten enthielten diese Veränderungen? Der Lehrer, der mich stets herausgefordert hatte, offen für Veränderungen zu sein, mich auf den aktuellsten Stand zu halten und Neues zu schaffen, hatte Mauern gebaut.
Immer wieder kehren meine Gedanken zurück zu diesem Artikel und zu meinem Lehrer. Ich versuche seine Mauern zu verstehen und trotzdem offen zu bleiben für die Veränderungen, die auf uns zukommen. Ich überlege, wie ich mein gelerntes Windmühlen-Denken bei einem Mauer-Artikel einsetzen kann. Noch habe ich keine Lösung gefunden, noch verstehe ich sein Denken nicht. Der Wind wird wehen, ob wir Mauern oder Windmühlen bauen. Veränderungen gehören zum Leben. Sie sind ein Teil unseres Lebens. Wir können sie ignorieren, sie bekämpfen, sie kritisieren oder annehmen und das Beste daraus machen. Ich kann den Wind nutzen und eine Windmühle bauen oder eine Mauer errichten und mich dahinter verstecken.
Wie schwer mir manchmal der Wandel fällt, habe ich HIER beschrieben. Ein Wechsel hat es in sich, doch wenn ich dem Leben zugewandt bleibe und bewusst versuche, kreativ meinen Alltag zu gestalten, kann ich ihn besser akzeptieren.
Windmühlen oder Mauern – der Wind weht heute aus dieser Richtung und morgen aus einer anderen und wir müssen uns jedesmal entscheiden, wie wir darauf reagieren wollen.

Samstag, 9. November 2013

Liebe empfangen - Liebe säen

Wir ernten, was wir säen, sagt es in Galater 6, 7. Kein Bauer erntet, wo er nicht vorher gesät hat. Er sät den Samen aus, obwohl er nicht weiß, ob es eine ertragreiche Ernte geben wird. Er sät aus und hofft. Wie groß ist die Freude, wenn die Pflanzen wachsen und eine große Ernte eingebracht wird.

Wie enttäuschend und kräftezehrend ist es, wenn der Ertrag nur klein ausfällt.

Ob Bauer, Geschäftsmann, Hausfrau oder Kind, wir säen täglich Samen aus. Samen der Liebe. Dieser Samen zeigt sich in unseren Worten und Taten. Wir säen Liebe aus, weil wir uns von Gott geliebt wissen. Und wir geben Liebe weiter, weil es das zweithöchste Gebot ist “Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst.” Wie der Bauer auf dem Feld, wissen wir nicht, ob der Samen der Liebe sich zu einer Pflanze entwickeln und Frucht tragen wird.
Der Bauer sät trotzdem. Im Glauben und in der Hoffnung, dass es eine gute Ernte geben wird. Er ist für uns Christen ein Vorbild. Wir säen Liebe aus, im Glauben und in der Hoffnung, dass sie aufgehen und wachsen wird. Nicht jedes liebevoll gesprochene Wort und nicht jede liebenswürdige Tat wird bei meinem Nächsten Frucht tragen. Manchmal säen wir Liebe und ernten Haß. Die Worte “Vergib mir” werden vom Nächsten nicht angenommen. Eine gutgemeinte Tat wird ignoriert. Das schmerzt und bringt uns auf den Gedanken, Samen der Liebe nur dann zu säen, wenn es eine gute Ernte gibt.

Der Bauer bleibt uns ein Vorbild. Unermüdlich bestellt er seine Felder, im Glauben und in der Hoffnung, dass die winzigen Samen Frucht bringen werden. Dieser Glaube und diese Hoffnung können uns täglich die Kraft geben, auch dann Liebe zu säen, wenn sie keine Frucht tragen wird. Warum?

Weil Gott uns zuerst geliebt hat. Er liebt uns – egal ob wir seine Liebe erwiedern oder nicht. In dem Sinn ernten wir zuerst Liebe und säen dann die erfahrene Liebe aus. Wir säen Liebe aus, weil wir Liebe empfangen haben.

Sonntag, 3. November 2013

33 Wege kreativ zu sein

Vor einiger Zeit fand ich bei Pinterest eine Liste mit 33 Möglichkeiten mein Leben kreativer zu gestalten. Die Ideen waren Anregung pur und ich habe überlegt, wie es in meinem Alltag aussieht. Wo bin ich schon kreativ und wie oder wo könnte etwas Kreativität gut tun.
Hier die Liste:

1. Schreibe Listen
2. Trage ein Notizbuch mit dir
3. Schreibe etwas
4. Geh vom Computer weg
5. Versetze dich in eine andere Welt
6. Höre auf dich niederzumachen
7. Mache Pausen
8. Singe unter der Dusche
9. Trinke Kaffee oder Tee
10. Kenne deine Wurzeln
11. Höre neue Musik
12. Sei offen
13. Umgebe dich mit kreative        Menschen
14. Lass dir Feeback geben
15. Arbeite zusammen
16. Gib nicht auf
17. Übe, Übe, Übe
18. Erlaube dir Fehler zu machen
19. Besuche neue Orte
20. Schaue ausländische Filme
21. Zähle deine Segnungen
22. Schlafe viel
23. Gehe Risiken ein
24. Breche die Regeln
25. Tue öfters etwas was dich glücklich macht
26. Erzwinge es nicht
27. Lese eine Seite aus dem Wörterbuch
28. Schaffe einen Rahmen
29. Höre auf anderen zu gefallen
30. Du hast eine Idee? Schreibe sie auf
31. Ordne deinen Arbeitsplatz
32. Habe Spaß
33. Beende eine Arbeit

Wie ich diese Liste in meinem Alltag umsetzen kann
1. Schreibe Listen (fast jeden Tag und für jedes kleinere oder größere Ereignis führe ich eine Liste)
2. Trage ein Notizbuch mit dir (ich habe es zuhause und wenn ich unterwegs eine Idee habe, vergesse ich sie leider. Ab jetzt ein Notizbuch mitnehmen)
3. Schreibe etwas (ist in letzter Zeit etwas zu kurz gekommen)
4. Geh vom Computer weg (zu viel Zeit am Computer scheint die kreativen Gehirnzellen lahmzulegen und am Ende bin ich müde und lustlos)
5. Versetze dich in eine andere Welt (ich lebe oft zu sehr in meiner kleinen Welt und könnte immer wieder mal Gedankenurlaube in andere Kontinente machen)
6. Höre auf dich niederzmachen (neulich zeigte ich einer Freundin eine Vase und einen kleinen Fehler, der mir dabei unterlaufen war. Sie lächelte mich an und sagte im wehleidigen Ton “oh, sie nicht perfekt” - ich hatte verstanden. Es muss und braucht nicht alles perfekt zu sein)
7. Mache Pausen (wahrscheinlich muss ich das in meiner Liste schreiben, damit ich das auch erledige)
8. Sing unter der Dusche (habe ich schon lange nicht mehr gemacht. Mal sehen wie meine Familie darauf reagiert)
9. Trinke Kaffee oder Tee (Tee könnte ich inzwischen mal trinken)
10. Kenne deine Wurzeln (vor einigen Jahren habe ich ausführlich Ahnenforschung gemacht und einige interessante Fakten über meine Vorfahren erfahren. Bsp. Ein Ur-ur-ur-ur....großvater hat mit 16 Jahren sein erstes Kind bekommen. Ups – und das vor zwei Jahrhunderten. Meine Großväter waren Künstler im Bereich Holzarbeit und haben viele schöne Sachen gebastelt und uns geschenkt)
11. Höre neue Musik (neue Klänge beleben die Seele und erweitern das Gehirn – steht auf der Liste)
12. Sei offen (hmmm... manche Gedanken und Ideen blockiere ich, bevor ich sie zuende gehört oder gedacht haben. Offen sein bedeutet ja nicht gleich, alles gutheißen. Doch ich kann offen für Neues sein)
13. Umgebe dich mit kreative Menschen (ich habe kreative Freunde, die mich immer wieder neu inspirieren!!!)
14. Lass dir Feeback (Rückmeldung) geben (wenn ich positive Rückmeldung brauche, zeige ich es meinen Kindern. Wenn ich gute Kritik brauche, rede ich mit meinem Mann oder gute Freunde darüber).
15. Arbeite zusammen (je mehr, desto besser!!)
16. Gib nicht auf (zu oft und zu schnell will ich aufgeben. Manchmal, bevor ich anfange, gebe ich die Idee auf)
17. Übe, Übe, Übe (wie war das: Ich bin ein Meister in Übung!)
18. Erlaube dir Fehler zu machen (Fehler sind ein Zeichen, dass ich es probiert habe. Es fällt mir immer wieder schwer, wenn ich Fehler mache – weil der Wunsch so stark ist, es gleich perfekt zu machen)
19. Besuche neue Orte (kommt auf die Liste – auch in der Umgebung gibt es einige Stellen, die ich besuchen könnte)
20. Schaue ausländische Filme (ich liebe ausländische Filme – neue Gedankengänge, neue Kultur, neue Ideen)
21. Zähle deine Segnungen (auch als Liste – aufschreiben, wofür ich dankbar bin)
22. Schlafe viel (ein guter Schlaf ist wertvoll, danach habe ich tiefere Gedanken)
23. Gehe Risiken ein (ich gehe lieber auf Nummer sicher. Unbedingt ein Thema, dass mehr Aufmerksamkeit verdient)
24. Breche die Regeln (tja, schon nur der Tagesablauf ist oft streng eingeteilt. Essen dann und dann, Kinder dann und dann ins Bett, Hausputz dann und dann... ich las mal eine Idee, den Tag rückwärts leben. Morgens so tun als ob es abends wäre. Praktisch: Kinder morgens eine Geschichte erzählen, statt vor dem schlafengehen. Mir kommt bestimmt eine Idee)
25. Tue öfters etwas was dich glücklich macht (manchmal vergesse ich, was mich glücklich macht)
26. Erzwinge es nicht (Kreativität stellt sich leider nicht auf Knopfdruck ein. Ich werde es auf mich zu kommen lassen)
27. Lese eine Seite aus dem Wörterbuch (hab es eben probiert. Aus Wort und Fremdwort: das Fremdwort für schmeichelnd ist lusingando und wenn ich schlußfolgere dann konkludiere ich. Zwei neue Wörter in meinem Gehirn und paar Gehirnzellen sind aktiv geworden)
28. Schaffe einen Rahmen (auch bei der Kreativität darf ich mir Grenzen setzen. Welche Bereiche interessieren mich besonders? Was würde ich gerne können? Was gefällt mir überhaupt nicht? Weniger ist oft mehr!)
29. Höre auf anderen zu gefallen (wenn Maria versucht hätte den Menschen zu gefallen statt Gott, gäbe es nicht Weihnachten, geschweige denn Jesus und alles was dazu gehört. Anderen zu gefallen hemmt mich, dass auszuleben, was in mir drinnen ist)
30. Du hast eine Idee? Schreibe sie auf (dazu brauche ich das Notizbuch an meiner Seite! Eine Sache die zu einer Angewohnheit werden soll)
31. Ordne deinen Arbeitsplatz (ja, ich weiß! Kreative Leute sind unordentlich, heißt es. Doch in der Unordnung stellt sich kaum Kreativität ein. Also gut – Ordnung wird hergestellt)
32. Habe Spaß (lachen, mit den Kindern im Regen tanzen, Schokolade zum Frühstück, Seifenblasen pusten...)
33. Beende eine Arbeit (gerade getan! Jeden einzelnen Punkt auf dieser Liste durchdacht und beschrieben! Eine beendete Arbeit ist wie ein Sternchen auf der Liste)

Wie schauts bei dir aus? Wie kreativ bist du? Welche von diesen 33 Punkten könntest du diese Woche ausprobieren?

Dienstag, 22. Oktober 2013

Auf Wechsel gefasst sein

An manchen Tagen überwältigt mich das Leid, das Menschen um mich herum erleben. Ich fühle mich so hilflos, finde nicht die richtigen Worte und weiß, dass keine Worte den Schmerz nehmen können. Dann überkommt mich auch die Angst. Bin ich die Nächste? Wann wird das Leid, die Trauer, der Schmerz mich treffen? Werde ich stark genug dafür sein?
Während ich über diese Fragen nachdachte und ein Gedicht für die Trauernden um mich herum suchte, fand ich Trost in Goethes Worte:

Man sieht die Blumen welken
und die Blätter fallen,
aber man sieht auch Früchte reifen
und neue Knospen keimen.
Das Leben gehört den Lebendigen an,
und wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein.

(Johann Wolfgang von Goethe)

Blumen welken

















Blätter fallen















Früchte reifen













neue Knospen keimen











wer lebt, muss auf Wechsel gefasst sein











In meinem Garten beobachte ich diesen Wechsel Tag für Tag. Eine Blume welkt und ein neuer Knospen öffnet sich. Ein kleines Blatt entfaltet sich, während das andere zu Boden fällt. Ich kann es nicht aufhalten - auch nicht den Wechsel im Leben der Menschen, die ich liebe. Auch in meinem Leben nicht. Ich kann mich nur darauf gefasst machen.

Montag, 21. Oktober 2013

Ein toller Ort um Disziplin zu lernen

Ich will disziplinierter sein!!! Aber ich will mich nicht darum bemühen. Ich will es einfach sein. Ich habe sogar dafür gebetet und mir oft vorgenommen, nächsten Tag disziplinierter zu sein. Ohne Erfolg! Die einzige Möglichkeit diszipliniert zu sein, ist üben, üben und nochmal üben. Tag für Tag. Woche für Woche. Monat für Monat. Und wenn ich denke, dass ich endlich etwas disziplinierter geworden bin, gibt es einen Rückfall.
Vor einiger Zeit hatte ich eines dieser AHA-Erlebnisse. Dieser Moment, wo ich etwas erkenne und plötzlich wird es ein bißchen leichter. Es fing damit an, dass ich mir angewöhnen wollte, eine Arbeit  zu erledigen, bevor ich eine neue anfange. Wenn ich die Wäsche falte, sie auch in den Schrank legen. Wenn ich die Bettlaken wechsle, das Bett auch gleich frisch beziehe. Wenn ich den Müll raustrage, den Abfalleimer mit einer neuen Tüte auskleide. Wenn ich den Tisch abräume, dann erst aufhören, bis die letzten Essensreste entsorgt sind. Hört sich simpel an, nicht wahr? War es für mich nicht. Ich hatte die Angewohnheit, mehrere Arbeiten anzufangen, ohne sie zu beenden. So stand in meinem Haus irgendwo ein Putzeimer, die saubere Wäsche lag auf einem Stuhl und wartete (geduldig) auf mich und das Bett starrte mich ohne Laken vorwurfsvoll an.
Neue Gewohnheiten brauchen Zeit und die ersten Tage waren ganz schön anstrengend. Nach einiger Zeit wurde es leichter und ich merkte, dass ich auch in anderen Bereichen disziplinierter wurde. Angefangene Projekte für Schule und Kurse versuchte ich zu beenden, auch wenn ich mehrere Male unterbrochen wurde.
Das war der Moment, wo mir ein Licht aufging. Der Haushalt ist der beste Ort, um Disziplin zu lernen. Hier sieht man sofort, ob ich diszipliniert war oder nicht. Wenn ich mir vornehme, jeden Abend den Müll rauszutragen, ist es sofort zu sehen, ob ich es geschafft habe (oder nicht). Genauso mit dem Bett machen oder eine Arbeit bis zum Ende durchführen.
Wenn ich versuche durch Sport disziplinierter zu werden, werde ich schnell aufgeben. Mein Körper zeigt mir oft erst nach Wochen, ob die Disziplin sich gelohnt hat. Mein Haushalt zeigt es mir sofort. Und mein Haushalt ist geduldig. Er wird nicht nervös oder unzufrieden – das werde nur ich – wenn meine Disziplin einen freien Tag hat. Er wartet, bis ich mich wieder aufraffe und meine Arbeit erledige.
Meine neue Gewohnheit, eine Arbeit zu erledigen, bevor ich die nächste beginne, trägt sichtbare Spuren im Haushalt. Manchmal sind es positive sichtbare Spuren und manchmal sehe ich, wo meine Disziplin nachgelassen hat. Wenn mein Haushalt es mir verzeiht, kann ich es auch und weiterüben.
Disziplin kann nur durch Disziplin gelernt werden und der Haushalt ist ein toller Ort, um zu üben und schnelle Resultate zu bekommen.