Freitag, 7. November 2014

Eine besondere Einladung


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 7

Gelesen: 

Psalm 31 - 35
Sprüche 7

Zum Nachdenken:

Psalm 34, 9a: Schmecke und sieh, dass der Herr gut ist. 

Ein Gedanke zu diesem Vers aus dem Buch von John Ortberg "Ich einzigartich": "'Schmecken' ist ein Wort, dass dazu einlädt, etwas auszuprobieren. Und die Einladung wird von einem selbstbewussten Koch ausgesprochen. Sie müssen sich nicht verpflichten, den Teller leer zu essen. Sie können es einfach probieren - es schmecken. Wenn Sie es nicht mögen, dürfen Sie den Rest ruhig unberührt lassen. Doch der Koch ist zuversichtlich. Wenn Sie mal einen Happen porbiert haben, werden Sie den Teller auch leer putzen wollen."

Gott lädt ein, seine Freundlichkeit, seine Güte und sein Gut-sein zu probieren. Schmeck mal und schau wie gut ich bin - welch eine Einladung!

Sprüche 7, 4: "Liebe die Weisheit wie eine Schwester und mach die Einsicht zu einem Mitglied deiner Familie."

Warum ist Weisheit und Einsicht so wichtig? Sprüche 3, 13- 26 gibt die Antwort: "Glücklich ist der Mensch, der Weisheit findet und Einsicht gewinnt!  Denn der Nutzen der Weisheit ist größer als der Erwerb von Silber und ihr Gewinn ist wertvoller als Gold. 15 Sie ist kostbarer als Edelsteine; und alles, was du dir jemals wünschen könntest, ist mit ihr nicht zu vergleichen.  In ihrer rechten Hand hält sie für dich langes Leben bereit und in ihrer linken Reichtum und Ehre.  Die Wege, die sie führt, sind gut und begleitet von Frieden. Die Weisheit ist ein Baum des Lebens für alle, die sie ergreifen; wer an ihr festhält, ist ein glücklicher Mensch.  Durch Weisheit hat der Herr die Erde gegründet; durch Einsicht hat er den Himmel geschaffen. Seine Erkenntnis ließ aus den Quellen unter der Erde Wasser hervorsprudeln und aus den Wolken Regen fallen. Mein Sohn, verliere die Weisheit nie aus den Augen und handle stets umsichtig und besonnen. Dies wird dein Leben erfüllen und dir Ehre und Ansehen schenken.  Dann wirst du deinen Weg sicher gehen und deinen Fuß nicht anstoßen.  Du kannst dich ohne Angst schlafen legen und dein Schlaf wird erholsam sein.  Du brauchst dich nicht vor einem plötzlichen Unglück zu fürchten, auch nicht vor dem Untergang der Gottlosen, der über sie hereinbrechen wird. Denn der Herr ist deine Zuversicht. Er wird nicht zulassen, dass du in eine Falle gerätst."

Deshalb ist Weisheit und Einsicht fur mich wichtig!

Donnerstag, 6. November 2014

Die Stimme Gottes in meinem Leben

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 6

Gelesen:

Psalm 26 - 30
Sprüche 6

Zum Nachdenken: Psalm 29:  verschiedene Aussagen über die Stimme Gottes:
Die Stimme des Herrn erschallt über dem Meer. 
Die Stimme des Herrn ist gewaltig, die Stimme des Herrn ist voll Majestät. 
Die Stimme des Herrn spaltet die Zedern, der Herr zersplittert die Zedern des Libanon.
Die Stimme des Herrn sprüht grelle Feuerflammen. 
Die Stimme des Herrn erschüttert die Wüste, der Herr erschüttert die Einöde von Kadesch. 
Die Stimme des Herrn lässt Eichen tanzen und entblättert die Wälder. 

     Das Volk Israel machte Bekanntschaft mit dieser Stimme. Die führenden Männer kamen danach zu Mose und sagten: `Der Herr, unser Gott, hat uns seine Herrlichkeit und Macht gezeigt und wir haben seine Stimme mitten aus dem Feuer gehört. Heute haben wir erlebt, dass Gott zu Menschen sprach und sie trotzdem nicht sterben mussten. Aber am Ende werden wir doch noch sterben, denn dieses gewaltige Feuer wird uns noch töten. Wenn wir den Herrn, unseren Gott, auf diese Weise weiter zu uns reden hören, werden wir sterben! Kann denn ein Mensch die Stimme des lebendigen Gottes mitten aus dem Feuer hören, so wie wir, und am Leben bleiben? Geh du doch und höre, was der Herr, unser Gott, zu sagen hat und teile uns anschließend alles mit, was er dir gesagt hat. Dann wollen wir es hören und befolgen.´  (5.Mose 5, 24 - 27)

     Die Stimme Gottes hat nichts von seiner Kraft verloren. In Hebräer 4, 12 lesen wir: "Das Wort Gottes ist lebendig und wirksam. Es ist schärfer als das schärfste Schwert und durchdringt unsere innersten Gedanken und Wünsche. Es deckt auf, wer wir wirklich sind, und macht unser Herz vor Gott offenbar. "

     A. W.Tozer behauptet: "Ein ehrlicher Mensch mit einer offenen Bibel und mit Bleistift und Papier wird sehr schnell herausfinden, was bei ihm nicht stimmt."

     Eine offene Bibel und ein offenes Herz lassen die mächtige Stimme Gottes hörbar werden. Die Frage ist, ob wir sie hören wollen.

Sprüche 6, 23: "Denn das Gebot und die Lehre sind ein Licht, das deinen Weg erhellt. Die Korrektur durch die Zurechtweisung ist der Weg zum Leben."

Mittwoch, 5. November 2014

Und doch...


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 5

Gelesen:
Psalm 21 - 25
Sprüche 5

Zum Nachdenken:
Psalm 22, 4a: Und doch bist du heilig.

Die Verse 2 und 3 sind aus tiefster Verzweiflung geschrieben. Der Schreiber ruft nach Gott: "Mein Gott, mein Gott! Warum hast du mich verlassen? Warum bist du so fern und hörst meine Hilferufe nicht?  Jeden Tag rufe ich zu dir, mein Gott, doch du antwortest nicht. Jede Nacht schreie ich zu dir, doch ich finde keine Ruhe." Dann die plötzliche Wende: "Und doch bist du heilig." Wenn ich diesen Satz am Schluss von jedem Abschnitt meines Lebens schreibe, verändert sich etwas in mir. Verletzungen, Enttäuschungen, geplatzte Träume, Verlust, Abschied und doch bist du heilig Gott. Probier es mal aus. Schreibe diese Aussage hinter den schmerzhaften Kapiteln deines Lebens und beobachte, wie sich dein Herzen verändert.

Sprüche 5, 12 - 13: : »Wie konnte ich nur die Selbstbeherrschung verlieren? Warum habe ich mich nicht ermahnen lassen?  Warum habe ich nicht auf meine Lehrer gehört? Warum bin ich nicht dem Rat derer gefolgt, die mich unterwiesen haben?"

"Reue ist Verstand, der zu spät kommt", wird Ernst Freiherr von Feuchtersleben zitiert. Wie oft habe ich diese Fragen schon gedacht und ausgesprochen! Bei zuviel Schokolade, nach einem zu gutem Essen, nachdem ich zu schnell gefahren bin, wenn ich mal wieder zuviel gesagt habe oder zu schnell und zu falsch reagiert habe. Wenn der Verstand wieder einsetzt, ist es oft schon zu spät. Und Reue ist der bittere Nachgeschmack. 
"Was ist Reue? Eine große Trauer darüber, daß wir sind, wie wir sind." Marie Freifrau von Ebner-Eschenbach. Möge Reue und Trauer uns helfen, Entscheidungen bewusster zu treffen.

Dienstag, 4. November 2014

Natur & Herz


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 4

Gelesen
Psalm 16 - 20
Sprüche 4

Zum Nachdenken
Psalm 19, 2 - 5a: Der Himmel verkündet die Herrlichkeit Gottes und das Firmament bezeugt seine wunderbaren Werke.  Ein Tag erzählt es dem anderen, und eine Nacht teilt es der anderen mit.  Ohne Sprache und ohne Worte, lautlos ist ihre Stimme, doch ihre Botschaft breitet sich aus über die ganze Erde und ihre Worte über die ganze Welt.

Rómer 1, 20: Seit Erschaffung der Welt haben die Menschen die Erde und den Himmel und alles gesehen, was Gott erschaffen hat, und können daran ihn, den unsichtbaren Gott, in seiner ewigen Macht und seinem göttlichen Wesen klar erkennen. Deshalb haben sie keine Entschuldigung dafür, von Gott nichts gewusst zu haben.

C. S.  Lewis: "Die Natur hat mich gelehrt, dass es einen Gott von unendlicher Majestät und Herrlichkeit gibt."

Sprüche 4, 23: Vor allem aber behüte dein Herz, denn dein Herz beeinflusst dein ganzes Leben.

Ich behüte mein Haus mit einer Mauer oder einem Zaun. Ich behüte meinen Körper und achte auf das, was ich esse. Ich behüte meine Kinder vor jeglichen Gefahren. Ich behüte sogar mein Geld und bringe es zu einer Bank. Ich behüte alles was mir lieb und wichtig ist. Behüte ich auch mein Herz? Was in meinem Herzen ist, beeinflusst mein Leben. Was ich höre, was ich sehe, was ich lese, worüber ich nachdenke hat Einfluss auf mein Leben.

Montag, 3. November 2014

Hast du heute schon danke gesagt?


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 3

Gelesen:
Psalm 11-15
Sprüche 3

Zum Nachdenken:
Psalm 13, 6b: Ich will dem Herrn ein Loblied singen, weil er so gut zu mir war.

Sprüche 3, 5- 6: Vertraue von ganzem Herzen auf den Herrn und verlass dich nicht auf deinen Verstand. Denke an ihn, was immer du tust, dann wird er dir den richtigen Weg zeigen.  

"Hast du heute schon danke gesagt, für soviel schöne Sachen?" heisst ein Kindlied. Wie oft danke ich Gott, weil er so gut zu mir war und ist? Viel zu selten! Heute will ich 40 Gründe suchen, Gott ein Loblied zu singen. 
Unser Fünfjähriger ist mir ein Beispiel, wie man ständig an Gott denken kann - wie es in Sprüche 3 Vers 6 steht. Alles gehört Gott, alles weiss Gott, alles sieht er und überall ist Gott der Erste, der Beste und der Schnellste. So hören wir es tagtäglich von unserem Sohn. Möge mich diese Ehrfurcht auch packen, dass ich mit einem Loblied auf den LIppen an Gott denke - was immer ich tue. 

Sonntag, 2. November 2014

Von nichts kommt nichts


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 2

Gelesen:

Psalm 6 - 10
Sprüche 2

Zum Nachdenken:
Psalm 8, 4 - 6: Wenn ich den Himmel betrachte und das Werk deiner Hände sehe - den Mond und die Sterne, die du an ihren Platz gestellt hast -, wie klein und unbedeutend ist da der Mensch und doch denkst du an ihn und sorgst für ihn! Denn du hast ihn nur wenig geringer als Gott gemacht und ihn mit Ehre und Herrlichkeit gekrönt

Sprüche 2, 1 - 5: Mein Sohn, achte auf meine Worte und behalte meine Gebote im Gedächtnis. Höre auf die Weisheit und versuche, sie mit dem Herzen zu verstehen.  Bitte um Verstand und Einsicht,  und suche sie, wie du nach Silber suchen oder nach verborgenen Schätzen forschen würdest.  Dann wirst du verstehen, was es heißt, den Herrn zu achten, und wirst die Erkenntnis Gottes gewinnen.

Beide Texte sind mit Tätigkeitswörter gefüllt: betrachten, sehen, denken, sorgen, krönen, achten, behalten, hören, versuchen, bitten, suchen und forschen.
In den Psalmen führt das betrachten und sehen zu der Erkenntnis, dass der Mensch, obwohl klein und unbedeutend, von Gott gemerkt, gesorgt und sogar gekrönt ist.
In den Sprüchen wird der Mensch zu vielen Aktionen aufgefordert (achten, behalten, hören, versuchen zu verstehen, usw.). Erst dann werden wir verstehen, was es bedeutet, den Herrn zu achten. Und wir werden die Erkenntnis Gottes gewinnen. Vor dem Verstehen und vor dem Gewinn folgt erst das Aktiv sein von unserer Seite.
Eine Redewenung sagt: "Von nichts kommt nichts." Ohne Betrachtung, ohne sehen, ohne denken, ohne behalten und hinhören, ohne versuchen und ohne bitten und forschen kommt kein Gewinn, keine Achtung, keine Erkenntnis und kein Staunen.
Die Redewendung umgekehrt: Von viel kommt viel und dazu fordern mich diese Verse heute heraus.

Samstag, 1. November 2014

Leben mit Tiefgang

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Einführung

Tiefer gehen, mehr aus dem Leben machen, nachdenken und das Gedachte umsetzen - eine tägliche Herausforderung. Folgender Artikel, der in der Zeitschrift "Mennoblatt" von mir veröffentlicht wurde, zeigt meinen Weg, meinem Leben mehr Tiefgang zu verleihen.

Nahe bei Gott und nahe bei den Menschen
Billy Graham, der weltweit bekannte Evangelist, war 60 Jahre lang im Dienst des Seelenrettens. Um nahe bei den Menschen zu sein, verbrachte er viel Zeit in der Gegenwart Gottes. Das Lesen der Bibel spielte dabei die wichtigste Rolle. Das Ehepaar hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, neben der Bibellesen, jeden Tag fünf Psalmen und ein Kapitel aus den Sprüchen zu lesen. Die Psalmen beschreiben die Beziehung zu Gott. In Krankheit, in Not, bei Gefahr, in Trauer oder Verzweiflung, die Psalmschreiber wandten sich in jeder Situation an Gott. Sogar dann, wenn sie sich von ihm verlassen fühlten. Manche Psalmen sind ein Chaos von Gefühlen, von himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt. Frei und ohne sorgfältig auf ihre Worte zu achten, sagen sie Gott wie es in ihrem Herzen aussieht. Danach enden viele Psalmen mit einer dankbaren, anbetenden Haltung.
Das Buch der Sprüche, so Billy Graham, helfe ihm, mit den Menschen umzugehen. Hier finden wir viele tiefe Weisheiten über das Leben und die zwischenmenschlichen Beziehungen. Die Sprüche bieten praktische Tipps für Kindererziehung, Freundschaftspflege, Ehe, Finanzen oder Arbeit.
Nahe bei Gott - durch das Lesen der Psalmen und nah bei den Menschen - durch das Buch der Sprüche. Seit einem dreiviertel Jahr lese ich fast täglich die Psalmen und Sprüche. Bei 150 Psalmen und einem Pensum von fünf Psalmen täglich, lese ich sie in einem Monat durch. Bei den Sprüche genauso: 31 Kapitel - für jeden Tag ein Kapitel. Was es mir bringt? Die Psalmen helfen mir, mein Denken und mein Handeln auf Gott auszurichten. Die Sprüche helfen mir liebevoller mit meinen Mitmenschen umzugehen. Und neulich zeigten sie mir, wie ich mit mir selber umgehen konnte. Nach einer Kritik, schlug ich beleidigt das Kapitel des Tages auf und las gleich im ersten Vers: "Wenn du lernen willst, musst du die Zurechtweisung lieben; es ist dumm, sie zu hassen." (Sprüche 12, 1). Da wusste ich, wie ich ich über die Kritik denke durfte.
Nahe bei Gott und nahe bei den Menschen. Das Ehepaar Graham ist mir ein Beispiel geworden, wie ich diesen Satz mit Hilfe der Psalmem und Sprüche ausleben kann. 

Soweit der Artikel. Heute fängt ein neuer Monat an. Der November ist da. Und als ich heute Morgen meine Bibel beim ersten Kapitel der Psalmen aufschlug, kam mir eine Idee. In den letzten Monaten fehlt mir neben der Zeit auch die Motivation um in meinem Blog zu schreiben. Keine Idee war so tief, dass ich sie ausführlich beschreiben wollte. Statt lange über ein Thema nachzudenken, will ich jeden Tag einen Vers (vielleicht auch mehrere) aus den Psalm und einen aus Sprüche im Blog stellen, den ich an dem Tag gelesen habe und der mir ins Auge gesprungen ist. Manchmal lese ich ein Kapitel nach dem anderen und es macht keinen Eindruck auf mich. Der Text scheint mir nichts zu sagen. Nächstes Mal fällt mir ein Wort oder ein Gedanke auf. 
Jeden Tag gibt es also Verse aus meiner täglichen Dosis der Psalmen und Sprüche. Und da wir beim ersten November sind, gleich schon die ersten Gedanken. (Alle Verse sind aus der Neues Leben Bibel).

1. November

Gelesen: Psalm 1 - 5
                Sprüche 1

Zum Nachdenken: 
Psalm 4, 5: Sündigt nicht, wenn ihr zornig seid. Nehmt euch eine Nacht Zeit, um darüber nachzudenken und verhaltet euch ruhig. 

Sprüche 1, 7: Die Ehrfurcht vor dem Herrn ist der Anfang der Erkenntnis. Nur Narren verachten Weisheit und Selbstbeherrschung.

Diese Verse sprechen für sich. Viele tiefe Gedanken beim Nachdenken darüber wünsche ich dir!

Dienstag, 19. August 2014

Die beste Schule für mein Kind

Als Eltern wollen wir nur das Beste für unsere Kinder. Die beste Schule, die besten Lehrer und den besten Unterricht. Wir sind sogar bereit eine Menge Geld dafür zu zahlen, auch wenn wir manchmal darüber schimpfen wie teuer alles ist.
Während wir darum kämpfen, unserem Kind das Beste vom Besten zu geben vergessen wir, das die beste Schule kostenlos ist. Die beste Schule für mein Kind ist das Leben selber. Das Leben, der normale Alltag, der aus lernen, arbeiten und spielen besteht, ist die allerbeste Schule. Statt unserem Kind auf das Leben mit seinen vielen Höhen und Tiefen vorzubereiten, wollen wir es ihm leichter machen:
Wir räumen unserem Kind jedes Hindernis aus dem Weg und erwarten, dass es tiefsinnige Lieder, denn das hat es in dem teuer bezahlten Muiskunterricht gelernt. Wir sagen dem Lehrer die Meinung, weil  unser Kind etwas ungerecht behandelt wurde und erwarten, dass es beim Fussball ein guter Verteidiger wird. Wir hängen die Wäsche zuhause selber auf, damit die Tochter beim Tanzunterricht lernt, auf Zehenspitzen zu gehen und sich taktvoll zur Musik zu bewegen. Wir sind enttäuscht, wenn das Kind bei der Mathematikolympiade nicht gewinnt, während gerade dieses Kind sich nie ausrechnen braucht, wie lange sein Saldo auf dem Handy reicht. Das Kind wird mit dem Auto zur Schule gebracht und möglichst nah vor seinem Klassenzimmer abgsetzt damit es einen kürzeren Gehweg hat und am Nachmittag beklagt es sich über die vielen Runden, die es im Volleyballunterricht laufen muss.
Das Kind ist bei den Royal Rangers um etwas Abenteuer zu erleben und wenn es regnet, fährt es mit Papas großem Auto zur Schule.
Als Eltern sind wir so bemüht, unseren Kinder die beste Ausbildung zu geben, dass wir übersehen, dass das Leben, der normale Alltag, die beste Schule für sie ist. Wir wollen es ihnen leichter machen, denn als Kind musste ich soviel arbeiten, deshalb sollen meine Kinder es besser haben und lieber etwas gescheites lernen.
Oder: Als ich Kind war, gab es keine Möglichkeit, Musikunterricht zu nehmen, deshalb soll mein Kind dieses nutzen – egal ob es musikalisch ist oder nicht.
Als kleines Mädchen war es mein Traum, Tänzerin zu werden; meine Eltern verboten es mir und deshalb hat meine Tochter fast jeden Tag Tanzunterricht.
Kinder und Jugendliche werden mit Angebote und Programme regelrecht überfordert. Manche Mütter spielen Nachmittag für Nachmittag Taxi, damit die Kinder alle rechtzeitig zu allen Programmen kommen. Das Familienleben kommt zu kurz und die Arbeit im Haushalt wird ganz ausgeblendet. Dazu hat man schließlich eine Putzfrau.
Wir meinen es ja nur gut mit unserem Kind. Ich wage zu behaupten, dass wir dadurch unserem Kind die beste Ausbildung vorenthalten. Die beste Schule für unsere Kinder ist das Leben. In der Bibel finden wir diese Aufforderung in Sprüche 22, 6. Die Gute Nachricht schreibt so: Bring einem Kind am Anfang seines Lebens gute Gewohnheiten bei, es wird sie auch im Alter nicht vergessen.
Das Leben unserer Kinder (wenn sie zwischen sechs und achtzehn Jahre alt sind) können wir in drei große Bereiche einteilen: lernen, arbeiten und spielen. Jeden Bereich können wir als Eltern nutzen, um sie auf das Leben vorzubereiten. Erstens: die Schule. Sie ist mehr als lernen und Hausaufgaben machen. In der Schule lernt ein Kind mit vielen anderen Kinder auszukommen. Es lernt, seinen Platz in einer Gruppen zu finden und manchmal auch zu behaupten. Es lernt mit Autoritäten umzugehen. Es lernt Regeln zu befolgen und die Konsequenzen zu tragen, wenn es die Regeln übertreten hat. Es lernt, selbstständig Aufgaben zu  erledigen. Es wird bewertet und hin und wieder sieht die Bewertung anders aus als wir glauben, dass sie aussehen sollte. Wie können wir als Eltern unserem Kind helfen, die Schule zu einer guten Lebenschule zu machen? Indem ich die Lehrer als die Autorität im Schulleben des Kindes respektiere. Mein Kind wird im Leben vielen Autoritäten untergeordnet sein. Es wird verschiedene Vorgesetzte haben und wenn es nicht in der Schule durch mein Beispiel lernt, diese zu respektieren, wird es später im Leben Schwierigkeiten bekommen. Wie ich über die Lehrer rede, färbt sich auf mein Kind ab. Wenn ich positiv über Schule und Lehrer spreche, wird mein Kind meinem Beispiel folgen. Wenn ich jede Handlung und Worte des Lehrers in Frage stelle, wird mein Kind kaum Respekt lernen. Wenn ich der Lehrerin zur Rede stelle, wenn mein Kind mal ungerecht behandelt wird, lernt mein Kind nicht, sich selber zu verteidigen. Ich kann als Mutter meinem Kind zuhören, wenn es frustriert über Schule, Lehrer oder Hausaufgabe iar und Mut machen, mit dem Lehrer darüber zu sprechen. Wenn ich diese Aufgabe übernehme, lernt mein Kind nicht für sich selbst zu sprechen. Wenn das Kind seine Hausaufgaben nicht versteht, kann ich es ermutigen, einen Klassenkameraden anzurufen oder dem Lehrer am nächsten Schultag zu bitten, es nochmal zu erklären. Als Mutter und als Vater ist es meine Aufgabe, meinem Kind zuzuhören und zu ermutigen, den Schullebensweg selber zu gehen. Ich begleite mein Kind. Ich ermutige es, Hindernisse selber aus dem Weg zu räumen, statt das ich sie aus dem Weg räume. Ich zeige meinem Kind, wie es mit Autoritätspersonen umgehen kann. Die Kinder werden sich immer wieder weigern und uns als Eltern bitten, die unangenehmen Situationen und Gespräche für sie zu erledigen. Sprüche 27, 17 erklärt wie wichtig diese Haltung ist: Eisen wird mit Eisen geschärft, und ein Mensch bekommt seinen Schliff durch Umgang mit anderen. Halten wir durch und bleiben Begleiter und Ermutiger, statt Wegfreimacher, werden sie uns später im Leben dafür danken.
So sieht auch unsere Rolle im zweiten Bereich aus. Die Arbeit zuhause. Die vielen Aktivitäten unserer Kinder führen uns in die Versuchung, sie von der Arbeit im Haushalt zu befreien. Es ist wichtiger, dass das Kind in der Schule eine gute Note macht als Hausarbeit zu erledigen. Doch ganz ehrlich, was hilft mir ein erwachsener Mensch, der lauter gute Noten im Zeugnis hat und nicht in der Lage ist, die Wäsche zu waschen oder einen Haushalt zu führen? Die tägliche Arbeit im Haushalt ist für eine gesunde Entwicklung genauso wichtig wie lernen und spielen. Das Kind lernt Disziplin und Durchhalten – wichtige Eigenschaften für die Schule und das Leben. Es lernt, dass sein Beitrag wichtig ist, damit Familie und Haushalt gut funktionieren. Es wid später leichter eine gute Anstellung bekommen, weil es gelernt hat, zu arbeiten und Verantwortung zu übernehmen. Ich brauchte einige Wochen bis ich einen Weg gefunden hatte, Hausaufgaben und Hausarbeit zufriedenstellend zu organisieren. Bis meine Tochter ihre Hausaufgaben gemacht und Klavier geübt hatte, war der Nachmittag vorbei. Ich wollte, dass sie Zeit hatte zum spielen und ich wünschte mir gleichzeitig, dass die Kinder mehr im Haushalt mithalfen. Irgendwann fanden wir die Lösung: nachdem Mittagessen räumt ein Kind den Tisch ab und das andere hilft mir beim Abwasch. Nach einer kurzen Mittagspause ist dann Zeit für Hausaufgaben, Musikunterricht, Klavier üben und spielen. Kleinere Arbeiten werden in dieser Zeit zusätzlich erledigt. Jede Familie hat ihren eigenen Rhythmus und kann ihren Weg finden, der Arbeit im Alltag einen festen Platz zu geben. Befreie dein Kind nicht von der Hausarbeit, auch wenn es dich darum bittet oder du eine Putzfrau hast. Dein Kind lernt für das Leben und nicht nur für die Schule. Und das Leben besteht auch aus Arbeit. Wenn du das Beste für dein Kind willst, ist die Arbeit im Haus, Garten und Hof ein Teil davon.
Und drittens: “Erst die Arbeit, dann das Spiel” sagte meine Mutter als ich Kind war. Spielen ist reines Vergnügen. Spielen ist Entspannung und Freude. Dieser dritte Bereich ist genauso wichtig wie das lernen und das arbeiten. Entspannen und etwas tun, dass Spaß macht. Wieviel Zeit hat mein Kind dafür? Kann es entspannen und hat wenigstens eine Stunde um ununterbrochen zu spielen. Manchmal haben Kinder und Jugendliche soviele Programme, dass sie kaum zum spielen kommen. Oder sind sind so müde, dass sie keine Lust haben, kreativ zu werden. Andere Kinder sind zu überfordert oder haben zuviel Spielzeug. Als Mutter gerate ich immer wieder in Versuchung meine Kinder mit Spielangebote zu überschütten, wenn sie Langeweile haben. Dabei ist Langeweile gut für das Gehirn und fördert die Kreativität. Manche kreative Idee entsteht, wenn das Gehirn auf Leerlauf schaltet und es nicht durch Lernen, Arbeit oder andere Reize belastet wird. Geben wir unseren Kinder Zeitabschnitte des Spielens und des Nichtstuns.
Die beste Schule für mein Kind ist kostenlos. Sie kostet mir als Mutter nur eines: nämlich einen Schritt zurückzutreten und dem Kind helfen, das Leben leben zu lernen. Durch meine Begleiterung und Ermutigung kann mein Kind lernen, das Schulleben mit all seinen Herausforderungen selber zu meistern. Durch die Arbeit zuhause lernt es auch später im Leben Arbeiten zu erledigen und eine gute Anstellung zu bekommen. Ein junger Mann der seinen Haushalt selber führen kann wird attraktiver sein als einer, der gute Noten im Zeugnis hat, aber sein Hemd nicht bügeln kann.
Kinder, die stundenlang spielen dürfen, sind gesund und ausgeglichen. Sie erleben tiefe Freude beim Spiel und Zeiten des Nichtstuns können sie mit kreativen Ideen ausfüllen.
Die beste Schule ist der normale Alltag und wir als Eltern können das Lernen, die Arbeit zuhause und die freie Zeit nutzen um unsere Kinder auf das Leben vorzubereiten.

Dienstag, 5. August 2014

Wenn die ganze Welt blind wäre

Wenn die ganze Welt blind wäre, wie viele Menschen würdest du beeindrucken? Eine Frage, die mich aus meinem normalen Alltagswahnsinn riss. Wenn mich keiner sehen könnte, nur hören, fühlen und riechen - wie würde mein Leben sein? Wer würde mich wahrnehmen? Und wie würde ich wahrgenommen werden? Was würde ich anziehen, wenn mich doch keiner sehen könnte? Wie oft würde ich mein Haus aufräumen oder putzen, wenn meine Familie und Gäste es doch nicht bemerken würden? 

Diese Frage ging tiefer, als ich im ersten Moment dachte. Ganz ehrlich, wenn keiner mich sehen könnte, würde ich weniger Wert darauf legen, was ich anziehe. Ich wäre weniger besorgt um mein Aussehen. Eine Feststellung dich mich ein klein bisschen schockierte. Ob ich es wahrhaben will oder nicht, ich lege großen Wert auf mein Äußeres. Deshalb frage ich mich, ob jemand beeindruck wäre, wenn man mich nicht sehen könnte.

Nach dieser etwas ernüchternden Erkenntnis wanderten meine Gedanken weiter: wie klingt meine Stimme, wenn die Welt um mich herum blind wäre? Ist meine Stimme freundlich, liebevoll, mitfühlend und weich? Oder klinge ich dominant, besserwisserisch, stolz oder streng? Wäre jemand beeindruckt, wenn er oder sie nur meine Stimme hören würde?

Dann ein weiterer Gedanke: wenn ich auch blind wäre und die Menschen um mich herum nicht sehen könnte, würde sich meine Einstellung zu ihnen verändern? Wenn ich meine Familie, meine Freunde, meine Nachbarn oder jemanden auf der Strasse nur hören könnte, was würde ich hören? Wie würde ich meinem Gegenüber einschätzen? Wieder stellte ich fest, dass ich mir oft ein Bild vom Andern anhand der äußerlichen Merkmale mache. Was ich sehe, beeinflusst mich mehr als mir lieb ist. Wie ich die Person sehe, so denke ich über sie. Statt darauf zu hören, was und wie die Person spricht, schaue ich auf ihre Kleidung und auf ihr Aussehen.

Eine kurze Frage kann das ganze Denken auf dem Kopf stellen. Sich inzwischen selber in Frage zu stellen, tut gut. Es verändert das Denken und die Sicht auf die Menschen um mich herum. Wen würde ich beeindrucken, wenn mich keiner sehen könnte? Ich wünsche mir, dass mein kritisches Auge, das sich manchmal zu sehr nach Äußerlichkeiten richtet, immer mehr erblinden könnte. Ich hoffe, dass ich die Menschen um mich herum besser hören kann. Und ich wünsche mir, dass mein Gegenüber manchmal etwas blind ist und mich nicht nur nach meinem Aussehen beurteilt. Denn es gibt Tage, da kann ich beim besten Willen keinen, der Augen hat und sehen kann, beeindrucken. 

Wenn die ganze Welt blind wäre und ich auch - was würde sich verändern? Schließe die Augen für einige Minuten und lass diese Frage in dich wirken. Es wird ein bisschen unangenehm und vielleicht erschrickt sich der eine oder andere über die Gedanken, die hochsteigen. Vielleicht wird dieses kleine Erlebnisse wie eine kalte Dusche wirken oder vielleicht auch wie ein warmes, angenehmes Bad, dass allen Druck von uns nimmt. Was sehe ich? Was höre ich? Wie sehe ich und wie höre ich? Was will ich sehen und was will ich hören? Möge diese kurze Frage mein kritisches und verurteilendes Auge erblinden und mein Gehör schärfer und klarer werden lassen. 

Samstag, 19. Juli 2014

Nicht mehr und nicht weniger

Nach einer ausgefüllten Ferienwoche mit viel Entspannung und Ab- wechslung las ich heute einen interessanten Artikel über die Schöpfung der Erde. Die Autorin beschrieb, wie Gott jeden Tag eine Arbeit erledigt hatte. Sechs Tage lang. Die Entstehung der Welt war auf sechs Tage verteilt. Ich bin mir sicher, dass ein Wort von Gott genügt hätte und die Welt mit allem Drum und Dran wäre da gewesen. Ein Wort und fertig ist eine Welt mit ihren Menschen. Gott liess sich jedoch Zeit. Jeden Tage eine Arbeit. Mit viel Liebe und Kreativität schuf er alles.
Während ich den Artikel las, kam mir plötzlich ein Gedanke, der mir im Zusammenhang mit der Schöpfung noch nie gekommen war. Wenn Gott sich Zeit lässt und seine Arbeit Tag für Tag erledigt, wieviel mehr Zeit und Ruhe können wir uns nehmen für unsere Aufgaben. Und dann der Gedanke, der mich von einem inneren Druck befreite: Gott hat für mich nicht mehr Arbeit vorgesehen als ich schaffen kann. In der Bibel lesen wir in Galater 6 Vers 2, dass wir die Last des Anderen tragen helfen sollen. Wer mit offenen Augen und Herzen um sich schaut, sieht viele Lasten. Manchmal will ich verzweifeln, wenn ich die vielen niedergedrückten, mutlosen und hoffungslosen Menschen sehe. Hier könnnte ich jemanden helfen, dort für jemanden ein Brot backen oder da einer einsamen Person einen Blumenstrauss bringen und etwas Zeit für sie haben. Doch dann denke ich an meine Familie, meine Arbeit im Haushalt und die Zeit die ich brauche, um Artikel oder Vorträge zu schreiben. Und ich könnte wieder verzweifeln. Wenn der Tag doch mehr Stunden hätte um alles zu schaffen!
Wie befreiend war der Gedanke - ausgelöst durch die Schöpfungsgeschichte - dass Gott für mich nicht mehr Arbeit vorgesehen hat als ich schaffen kann. Wenn Gott sich sechs Tage Zeit nimmt um die Welt zu schaffen, warum glaube ich, dass ich die vielen Lasten, die ich wahrnehme, in einer Woche alle tragen muss. Gott hat nicht mehr Aufgaben für mich vorgesehen als ich erledigen kann. Mein Tag braucht nicht mehr Stunden. Ich brauche auch nicht mehr Kraft oder Energie um alles zu schaffen. Da wo ich bin und wie ich bin (ob gesund oder krank, müde oder hellwach) kann Gott mich gebrauchen. 
Gott hat Aufgaben für mich vorgesehen. Er hat sie sogar schon vorbereitet, wie es in Epheser 2, 10 heisst. Gute Taten warten auf mich. Sie warten darauf, dass ich sie ausführe. Manchmal bin ich zu übereifrig um sie zu sehen. Nächstes Mal bin ich so sehr mit mir und meine Wehwechen beschäftigt, dass ich sie nicht wahrnehme. Die guten Taten, die Gott für mich vorgesehen hat, warten auf mich. Es sind nicht mehr und nicht weniger als ich schaffen kann. Sie sind auf mich und meine Situation zugeschnitten.

Gebet: "Gott, schenke mir offene Augen für die Menschen, die heute meine Hilfe brauchen, wenn sie ihre Lasten durch diesen Tag tragen. Gib mir ein offenes Ohr um deine Stimme zu hören, wenn sie mir die guten Taten für heute ins Ohr flüstert. Öffne mein Herz für deine Kraft, die du mir jeden Tag gibst, damit ich die Aufgaben, die du für mich vorgesehen hast, erledigen kann. Danke, dass du nicht mehr von mir verlangst als ich geben kann. Danke, dass du mich so gebrauchen  kannst, wie ich bin."

Zum Vertiefen: Manfred Siebald hat aus Galater 6, 2 ein Lied gedichtet: Ein jeder trage die Last des anderen. Hier anklicken. In einer Strophe singt er: "Keiner ist da zu schwach und zu ungeschickt, denn wer immer es will, der stellt fest: auch der Schwächste kann tragen was andre bedrückt, wenn er selbst sich von Gott tragen lässt."