Sonntag, 16. November 2014

Dankbar und erleichtert

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 16

Gelesen:

Psalm 76 - 80
Sprüche 16

Zum Nachdenken: 

Psalm 76, 11: Der Trotz der Menschen vergrößert deinen Ruhm, selbst ihn machst du dir noch zunutze.

Sprüche 16, 33: Die Würfel können wir werfen, aber wie sie fallen, bestimmt der Herr.

Römer 8, 28: Und wir wissen, dass für die, die Gott lieben und nach seinem Willen zu ihm gehören, alles zum Guten führt.

Diese Tage las ich eine Ausgabe von Open Doors (eine Organisation, die sich um verfolgte Christen weltweit kümmert). Die Aussagen zweier syrischer Pastoren übersetzen die Verse ins heutige Leben. Der eine Pastor schreibt: "Wir haben lange für Erweckung gebetet, und jetzt wenden sich Menschen Jesus zu! Wir hätten das nie erwartet, dass Gott dies in einem Bürgerkrieg wirkt." Der andere Pastor macht folgende Schlussfolgerung: "In all meinen Jahren als Pastor habe ich keinen kraftvolleren Dienst gesehen als den, den wir gerade erleben. Bitte versteht mich richtig. Natürlich ist dieser Bürgerkrieg falsch, böse und schlimm, aber mitten in all dem wird die syrische Kirche verwandelt."
Mir fehlen heute die Worte, um zu beschreiben, was diese Aussagen für mich bedeuten. Hier einige unzusammenhängende Gedankenbrocken: tiefe Dankbarkeit, diesen Gott zu kennen und sein Kind zu sein. Weniger Angst, wenn ich an meine Zukunft denke. Grosse Erleichterung das Gott über alles und allem steht und es sogar zum Guten führt. Ich bin dankbar für das sichere Leben, dass ich führe. Habe Mitleid und Trauer um die Menschen, die wegen ihren Glauben an Gott verfolgt werden. Der Wunsch, ihnen zu helfen, wird wach. Suche nach Möglichkeiten, Menschen in ähnlicher Lage (die an das Böse in der Welt fast verzweifeln), in meiner Umgebung Mut zu machen und für sie zu beten. Und wieder nur Dankbarkeit und Erleichterung, diesen Gott zu kennen und Teil seiner Familie zu sein. 

Samstag, 15. November 2014

Meine Gedanken vor Gott bringen

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 15

Gelesen:
Psalm 71 - 75
Sprüche 15

Zum Nachdenken:
Der 73. Psalm beschreibt einen Prozess, der sich auch in meinem Kopf immer wieder abspielt. Ich weiss, dass Gott gut ist - wie der erste Vers es sagt. Und doch gibt es diees Momente:
Ich aber wäre fast zu Fall gekommen. Beinahe hätte ich den Boden unter den Füßen verloren.  Denn ich habe die stolzen Menschen beneidet, als ich sah, wie gut es ihnen trotz ihrer Bosheit ging. Sie scheinen ein sorgloses Leben zu führen und sind stark und gesund. (Verse 2 - 4)
Immer wieder erlebe ich diese Momente: ich sehe jemanden, der es mit der Kindererziehung nicht so genau nimmt und vieles durchgehen lässt und ich frage mich, ob ich mich zu sehr bemühe und zuviel Energie und Zeit in die Erziehung stecke. Ich beobachte, wie jemand das Leben total gelassen nimmt und (fast) nur das tut, was Spass macht und ich frage mich, ob ich das Leben zu ernst nehme. Ich beobachte, wie jemand seine Launen auslebt, ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer und ich frage mich, ob ich zu nett bin. Ich beobachte Menschen, die es mit Gott nicht so ernst nehmen und diejenigen mitleidig belächeln, die sich bemühen ein Leben mit Gott zu leben. Und ich frage mich, ob es nicht einfacher wäre, dann und wann zur Kirche zu gehen und die ganze Sache mit Gott weniger verbindlich zu halten. 
Wenn ich still vor Gott werde und über meine Beobachtungen nachdenke, komme ich zu diesem Punkt: Bis ich eines Tages in Gottes Heiligtum kam und darüber nachdachte, wie ihr Leben endet. (Vers 17)
In der Gegenwart Gottes verändern sich meine Gedanken: Da erkannte ich, wie verbittert ich war und welcher Zorn in mir aufstieg, als ich all dies sah. Wie dumm und unwissend bin ich gewesen - ich muss dir wie ein unvernünftiges Tier erschienen sein. (Vers 21 und 22)
Dankbarkeit und Freude steigt in mir hoch: Doch ich gehöre noch immer zu dir, du hältst meine rechte Hand. Du wirst mich nach deinem Rat leiten und mich schließlich in Ehren aufnehmen. Wen habe ich im Himmel außer dir? Du bist mir wichtiger als alles andere auf der Erde. Bin ich auch krank und völlig geschwächt, bleibt Gott der Trost meines Herzens, er gehört mir für immer und ewig. Die aber, die dich verlassen, werden umkommen, denn du vernichtest alle, die sich von dir abwenden. Doch mir geht es gut, weil ich mich nahe an Gott halte! Ich setze meine Zuversicht auf den allmächtigen Herrn, von seinen wunderbaren Werken will ich allen erzählen. (Vers 23 -28)
Sprüche 15, 9: Der Herr verachtet den Weg der Gottlosen, aber er liebt die, die sich bemühen, gerecht zu leben. 
Es heisst nicht "er liebt die, die gerecht leben", sondern "die sich bemühen gerecht zu leben." Mein Leben ist oft ein schwacher Versuch, gerecht zu leben. Gott die höchste Priorität zu geben. Ihm ins Zentrum meines Lebens zu stellen. Und doch versage ich immer wieder. Wie der Psalmist es in den ersten Versen beschreibt, stolpere ich immer wieder und verliere den Boden unter meinen Füssen. In der Gegenwart Gottes, wenn ich still werde und seine Heiligkeit vor mir sehe, ordnen sich meine Gedanken. Ich erkenne die Grösse Gottes und das es in meinem Leben nichts wichtigeres geben kann, als eine Beziehung zu Jesus. Und ich kann sagen: Doch mir geht es gut, weil ich mich nahe an Gott halte. Gestärkt und voller Energie einen weiteren Tag mich zu bemühen, trete ich aus der Stille. Und wenn ich wieder stolpern sollte, gehe ich zu Gott in die Stille und lasse meine Prioritäten neu ordnen. 

Freitag, 14. November 2014

Der menschliche Mensch

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 14

Gelesen:

Psalm 66 - 70
Sprüche 14

Zum Nachdenken:

Sprüche 14, 1: Eine weise Frau baut ihr Haus; eine unvernünftige reißt es mit eigenen Händen nieder. 

Hoffnung für alle: Eine tüchtige Frau hält das Haus in Ordnung und sorgt für die Familie, eine leichtfertige aber zerstört alles. 

Wie wünsche ich mir, eine weise und tüchtige Frau zu sein. Ich möchte meiner Familie geben was sie zum Leben braucht. Ich hoffe, ich kann meine Kinder auf das Leben vorbereiten, so dass sie starke, selbststänige Persönlichkeiten werden. Ich bete, dass ich meinem Mann eine Gehilfin und Stütze bin. Ich wünsche mir, dass mein Familienhaus auf ein festes Fundament gebaut wird.
Ich wünsche, hoffe und bete. Und doch weiss ich, wie eine Bemerkung oder eine egoistische Handlung vieles zerstören kann. Mein Frau- und Muttersein ist begrenzt. Meine Weisheit ist begrenzt. Begrenzt durch meine Menschlickeit. Ich bin ein Mensch mit Fehler und Schwächen, mit Gaben und Stärken. 
Mein Menschsein ist Teil von mir. Egal wie sehr ich mich bemühe, egal wie diszipliniert ich bin und egal wie oft ich die Bibellese und bete - ich werde Mensch bleiben und damit Fehler machen und neben dem Aufbauen auch zerstören. 
Da kann ich nur um Gnade bitten und Gott mein Menschsein übergeben. Der 69. Psalm konnte es nicht treffender zum Ausdruck bringen.
Psalm 69, 6 - 7:  Gott, du weißt, wie viele Fehler ich mache, denn meine Sünden sind dir nicht verborgen. Lass nicht zu, dass die, die auf dich vertrauen, meinetwegen enttäuscht werden, Herr, Allmächtiger. Lass nicht an mir zugrunde gehen, die dich suchen, Gott Israels.
Wenn ich als Mensch menschlich bin, ist Gott als Gott göttlich. Er sieht meine Fehler und Schwächen. Er weiss, wie zerstörend und verletztend ich sein kann. Und er steht über dem Ganzen. Mein Menschsein hindert ihn nicht daran Gott zu sein. Er ist nicht abhängig von meinem Verhalten. Aus meinen Kindern kann etwas grossartiges werden, auch wenn ich immer wieder versage. Mein Mann kann trotzdem der Mann sein, zu dem ihm Gott berufen hat, auch wenn ich nicht die perfekte Gehilfin bin. Gott sieht mich und meine menschlichen Seiten, er bleibt göttlich und führt seine Arbeit trotz und mit mir weiter. Das ist Gnade pur. 

Donnerstag, 13. November 2014

Der wahre Reichtum

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 13

Gelesen:

Psalm 61 - 65
Sprüche 13

Zum Nachdenken:

Psalm 62, 10 - 11: Ob edel oder einfach - vor den Augen Gottes sind sie nichts. Wenn man sie wiegt, sind sie leichter als Luft.  Versuche nicht, dich durch Ausbeutung oder Raub zu bereichern. Und wenn du reich wirst, mach den Reichtum nicht zum Wichtigsten in deinem Leben. 

Sprüche 13, 8: Ein Reicher ist in der Lage, Lösegeld zu zahlen, die Armen aber werden gar nicht erst erpresst. 

Die Bibel spricht oft und offen über Reichtum. Sie warnt vor Reichtum, sie ermutigt es nicht zum Zentrum seines Lebens zu machen und sie zeigt, wie man damit umgehen kann. Wer die Bibelstellen über Geld und Reichtum gründlich studiert und anwendet, sollte (fast) ohne einen Finanzberater auskommen können. 
Wir machen Reichtum gerne von Zahlen abhängig. Besitz, Güter und das Bankkonto sind jedoch nur das äussere Merkmal von Reichtum. Es gibt auch einen inneren Reichtum. Wer ihn kennt und sieht, ist reicher als der reichste Mann der Welt. Es ist ein Reichtum, den mir keiner nehmen kann. Mein innerer Reichtum kann nicht erpresst noch verloren gehen. Wie sieht dieser Reichtum aus? Einige Zitate helfen uns weiter (ich liebe Zitate - wie ihr schon bestimmt gemerkt habt):

Reich wird man erst durch Dinge, die man nicht begehrt.
Mahatma Gandhi 

Reich sind nur die, die wahre Freunde haben.
Thomas Fuller

Achte auf das Kleine in der Welt, das macht das Leben reicher und zufriedener.
Carl Hilty 

Wirklich reich ist der, der mehr Träume in seiner Seele hat, als die Wirklichkeit zerstören kann.
Hans Kruppa 

Es ist nicht schwer, Menschen zu finden, die mit 60 Jahren zehnmal so reich sind, als sie es mit 20 waren. Aber nicht einer von ihnen behauptet, er sei zehnmal so glücklich.
George Bernard Shaw

Den größten Reichtum hat, wer arm an Begierden ist.
Lucius Annaeus Seneca (4 v.Chr. - 65 n.Chr.)
   
Reich ist man nicht durch das, was man besitzt, sondern mehr noch durch das, 
was man mit Würde zu entbehren weiß.
Epikur (341-270)
   
"Reich wird in Zukunft nicht der sein, der mehr hat, sondern der, der weniger braucht."
Rainhard Fendrich (*1955)
   
Was ist Reichtum? Für jemanden ist ein altes Hemd schon Reichtum. 
Ein anderer ist mit zehn Millionen arm.
Franz Kafka (1883-1924)

Geld haben ist schön, solange man nicht die Freude an Dingen verloren hat, 
die man nicht mit Geld kaufen kann.
Salvador Dalí 

Wie reich ich doch bin! Ein Dach über dem Kopf. Jeden Tag mehrere warme Mahlzeiten. Eine gesunde Familie. Eine Arbeitsstelle. Freunde, die mich so mögen wie ich bin. Einen Garten. Einen Hund. Ein Auto. Ein Fahrrad. Und Sorgen, wie ich diese Reichtümer hegen und pflegen soll.

Mittwoch, 12. November 2014

Mein Leben und sein Wert

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 12

Gelesen:
Psalm 56 - 60
Sprüche 12

Zum Nachdenken:

Psalm 56,9:  Du zählst alle meine Klagen und sammelst alle meine Tränen in einem Gefäß, ja, du hast jede einzelne in deinem Buch festgehalten.

Lukas 12, 6 - 7: Was kosten fünf Spatzen? Vielleicht ein paar Pfennige? Und doch vergisst Gott nicht einen Einzigen von ihnen. Und auch die Haare auf eurem Kopf sind alle gezählt. Habt deshalb keine Angst, denn ihr seid ihm wertvoller als ein ganzer Schwarm Spatzen. 

Gott sieht mich. Er zählt meine Klagen. Meine Tränen sind gesammelt und in einem Buch geschrieben. Er sieht die Spatzen und vergisst sie nicht. Nicht einen einzigen. Er hat meine Haare auf dem Kopf gezählt . Ein Gott, der Einzelheiten wahrnimmt. Er sieht, er sammelt, er zählt, er schreibt auf. Er führt sozusagen Protokoll über mein Leben. Ich bin so wertvoll, dass  alles über mich festgehalten wird. Was mich dabei in Erstaunen versetzt, ist, dass sogar die Haare auf meinem Kopf gezählt sind.
An manchen Tagen fühle ich mich unsichtbar. Meine Arbeit scheint keine Beachtung zu finden. Was ich tue und erledige, wird als selbstverstänlich genommen. Es sind Tage, die mich an meinem Wert und an dem Sinn des Lebens zweifeln lassen. Wenn ich die Verse oben lese und mir vorstelle, wie Gott jedes Haar, jede Klage, jede Träne, jede Handlung von mir sieht und wahrnimmt, dann weiss ich, dass mein Leben und mein Sein einen Sinn hat. Das ich wertvoll bin. Das es jemanden gibt, der mich sieht. Der meine Bemühungen würdigt. Und ich kann damit leben, dass ich für Menschen manchmal unsichtbar bin und das niemand meine Arbeit sieht. Es ist ok, denn Gott, der Allmächtige, sieht es. Mehr brauche ich nicht. Wenn ich dann doch ein Lob oder eine Anerkennung von Menschen bekomme, ist es wie eine Kirsche auf dem Sahnehäupchen.

Sprüche 12, 26: "Sorgen drücken einen Menschen nieder; ein gutes Wort aber muntert einen Menschen auf."

Die Sorgen unseres Mannes, unserer Kinder und Freunde können wir oft nicht wegnehmen oder lösen. Doch wir können sie mit guten und freundlichen Worten aufrichten. Wir können sie daran erinnern, dass es einen Gott gibt, der ihre Tränen sieht, ihre Klagen hört und ihre Haare zählt. Wer in deiner Umgebung braucht heute ein freundliches Wort? 

Dienstag, 11. November 2014

In der Stille

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 11

Gelesen:
Psalm 51 - 55
Sprüche 11

Zum Nachdenken: 

Psalm 51, 8: Dir gefällt ein Herz, das wahrhaftig ist; und im Verborgenen lehrst du mich deine Weisheit. 

Stille, Ruhe, Alleinsein, keine Ablenkung, kein Weglaufen - nur ich mit mir alleine vor Gott. Warum ist Stille so wichtig für uns? Einige Zitate, die es auf dem Punkt bringen:


In die Stille zu horchen, läßt Antworten finden.
Else Pannek 

Das bewußte Erleben absoluter Stille vermag verborgene Gedanken in uns hörbar zu machen. 
Manfred Poisel

Vielleicht verschanzen sich so viele von uns hinter Mauern aus Lärm, weil das kleine Ego auf Stille wie auf eine Bedrohung reagiert.
Peter Horton

Schlaflose Nächte sind oft ein sehr großer Segen, eine rechte Gnade Gottes, wenn man sie recht benutzt. Sie sind das einzige Mittel in manchen zu sehr bewegten und zerfahrenen Leben, um zu einer Besinnung über sich selbst zu gelangen und Gottes Stimme, die unter dem Geräusch des Tages nicht vernehmbar war, zu hören."
Carl Hilty (1831 - 1909), Schweizer Staatsrechtler und Laientheologe

In der Stille können wir unsere Gedanken hören. Manchmal kommen Gedanken ans Licht, die wir bis zu dem Zeitpunkt tapfer verdrängt haben - durch Arbeit, Lärm und Vergnügen. In der Stille wird mir bewusst, wie egoistisch ich bin. Wie hart und lieblos meine Worte waren. Wie klein und unbedeutend ich bin. In der Stille lenkt mich nichts ab und ich stehe vor Gott - so wie ich bin. Manchmal mit leeren Händen. Manchmal mutlos und geschlagen. 
In der Stille zeigt mir Gott seine Liebe. Seine Fürsorge. Seine Freundlichkeit. Er nimmt mich an, so wie ich bin. Das erfahre ich, wenn ich alleine bin, wenn ich still werde und diese Stille aushalte. 
Gestärkt komme ich aus der Stille in den Alltag. Müde, mutlos und einsam ging ich in die Stille. Mutig, mit neuer Energie und mit dem Wissen, dass Gott mir nahe ist, trete ich wieder in den Lärm der Welt. 
Werde ruhig vor Gott. Sei ehrlich mit deinen Gedanken, die in dir hochsteigen. Gott kennt sie, bevor du sie ausgesprochen hast. In der Stille wird ER dir Weisheit schenken. 

Sprüche 11, 17: Freundlichkeit nährt deine Seele, doch wenn du unbarmherzig bist, zerstörst du dich selbst. 

Luther Bibel: Ein barmherziger Mann nützt auch sich selber; aber ein herzloser schneidet sich ins eigene Fleisch.

Elberfelder Bibel: Es erweist der Gütige sich selbst Gutes, doch schneidet sich ins eigene Fleisch der Grausame. 

Hoffnung für alle: Wer freundlich zu anderen ist, hilft sich selbst damit; der Unbarmherzige schneidet sich ins eigene Fleisch.

Gute Nachricht Bibel: Wenn du zu anderen gütig bist, tust du dir selber wohl; wenn du grausam bist, tust du dir selber weh. 

Auf der einen Seite steht die Freundlichkeit, die Barmherzigkeit, die Güte und auf der anderen Seite der Unbarmherzige, der Herzlose, der Grausame. Wenn ich ehrlich bin (wie Psalm 51, 8 es oben sagt), muss ich gestehen, dass ich mich auf beiden Seite bewege. Ich weiss, wie wertvoll Freundlichkeit ist und wie ich selber davon profitiere. Und doch gibt es Momente und Situationen wo ich herzlos und unbarmherzig bin. Mein Ego greift durch und kämpft darum, im Mittelpunkt zu stehen. Am Ende verliere ich. Ich habe mich ins eigene Fleisch geschnitten. 
In der Stille, wenn ich ehrlich und aufrichtig mit Gott rede, kommen beide Seiten auf dem Tisch. Für die dunkle Seite in mir bekomme ich Vergebung. Welch ein Geschenk. Und diese Freundlichkeit und Barmherzigkeit, die ich bei Gott erfahre, kann und darf ich dann an andere weitergeben. 

Montag, 10. November 2014

Sehr loben & meine Worte

In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 10

Gelesen:
Psalm 46 - 50
Sprüche 10

Zum Nachdenken
Psalm 48, 2: Groß ist der Herr und sehr zu loben in der Stadt unseres Gottes, hoch auf seinem heiligen Berg gelegen!

Bei "sehr zu loben" blieb ich hängen. Das Loben wurde verdoppelt: sehr zu loben. Ich schlug die Lutherbibel auf und da stand "hoch zu rühmen". Die Einheitsübersetzung schreibt "hoch zu preisen". Es geht nicht um den normalen Lob, den wir Gott gewöhnlich aussprechen. sondern um ein noch grösseres Lob. Sehr loben sollen wir Gott, denn er ist gross!
Loben bedeutet anerkennende Worte aussprechen und damit meine Freude und Zufriedenheit zum Ausdruck bringen. In manchen Lobliedern versuchen die Sänger durch ständige Wiederholung eines Satzes ihre Anerkennung zu zeigen. Irgendwie bin ich dann peinlich berührt und es lenkt meine Aufmerksamkeit auf die Sänger statt auf Gott. Es wäre so, als wenn ein Gast ständig würde sagen: "Das Essen ist sehr lecker. Das Essen ist seeehhhrrr lecker. Oh, das Essen ist sooo lecker." Wirklich? Warum muss er es dann so oft wiederholen? 
Auf der anderen Seite zeige ich meine Anerkennung Gott gegenüber zu wenig. Ich danke ihm für so manches, doch loben? "Ich lobe dich für den erfrischenden Regen. Das hast du ganz toll gemacht, Gott!" Ich lobe meine Kinder oder meinen Mann, doch Gott loben? Ich danke ihm und vergesse das Loben. Wie geht es dir mit diesem Thema?  Der Psalm fordert uns sogar auf, Gott sehr zu loben. Nicht nur loben, sondern sehr  loben. Ihm hoch rühmen und preisen.

Probieren wir es mal aus (setze ein, was dir gerade spontan einfällt).
Gott, ich lobe dich für...
Ich bewundere deine....
Ich staune wie du....
Dich preise ich für ...
Du bist so ...
Du bist erhoben, weil du ...
Voller Anerkennung sehe ich, dass du ...
Dich rühme ich für...
Es ist einfach unglaublich, wie du...
Ich bin voller Bewunderung über deine ...
Dir gehört ein grosses Lob für...

Sprüche 10: Die Worte eines Gottesfürchtigen
Vers 11a: Die Worte des Gottesfürchtigen führen zum Leben
Vers 13a: Ein verständiger Mensch spricht weise Worte
Vers 19b: Sei klug und halte dich mit deinen Worten zurück! 
Vers 20a:  Die Worte des Gottesfürchtigen sind wie kostbares Silber; 
Vers 21a: Ein Gottesfürchtiger gibt anderen gute Ratschläge
Vers 32a:  Die Worte der Gottesfürchtigen sind hilfreich

Welch eine Herausforderung?! Führen meine Worte zum Leben? Sind sie weise? Halte ich mich zurück? Sind meine Worte wie kostbares Silber? Gebe ich gute Ratschläge? Sind meine Worte hilfreich?

Mögen die Worte, die wir aussprechen Gott sehr loben und Menschen gegenüber weise, hilfreich und kostbar sein. 

Sonntag, 9. November 2014

Finde dein Kalkutta


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 9

Gelesen:

Psalm 41 - 45
Sprüche 9

Zum Nachdenken:

Psalm 41, 2: Glücklich ist, wer für die Armen sorgt. Wenn er in Not gerät, rettet ihn der Herr. 

Die Luther-Bibel schreibt: "Wohl dem, der sich des Schwachen annimmmt". Die Elberfelder nennt es "achthaben auf den Geringen". Die Gute Nachricht spricht von der Sorge für den Hilflosen. In anderen Worten, es geht um das Helfen derjenigen, die sich alleine nicht helfen können. Das neue Zeitwort heisst "Armutsbekämpfung." Die Regierung hat es sich auf die Fahne geschrieben, Geschäftsmänner und Unternehmer setzen es als ein hohes Ziel - die Bekämpfung der Armut. Auf Konferenzen, Workshops und Sitzungen wird ausführlich darüber diskutiert. Artikel und Bücher werden geschrieben. Die Armut soll bekämpft werden. Alle sind dafür. Es herrscht Aufbruchstimmng. Und die Gespräche laufen weiter. Geld muss gesammelt werden, Programme ausgearbeitet, Pläne und Ziele formuliert. Es gibt viel zu tun.
Mutter Teresa, eine weltweit bekannte Nonne, hatte es sich zum Lebensziel gesetzt, sich um die Ärmsten der Armen zu kümmern. Die Schwestern in ihrem Orden nannten sich “Missionarinnen der Nächstenliebe.” Sie kümmerten sich liebevoll um die Ärmsten der Armen und als Mutter Teresa starb, hinterließ sie 592 Häuser, die in allen Teilen der Erde präsent waren, um der Welt Jesus in den Ärmsten der Armen zu zeigen. Als sie anfing, sich um die Ärmsten der Armen zu kümmern, hatte sie ein Kreuz, einen Rosenkranz und einen einfachen weissen Baumwollsari mit blauem Saum. Als sie starb hinterliess sie eine alte Bibel und eine abgetragene Jacke. Sie hatte kein Geld, keine kurzfristigen und auch keine langfristigen Pläne um die Armut zu bekämpfen. Sie ging zu den Ärmsten der Armen und kümmerte sich um sie. Sie erlebte, was der zweite Vers in Psalm 41 behauptet, das nämlich der glücklich ist, der sich um die Armen, die Schwachen, die Geringen und Hilfosen kümmert. Mutter Teresa forderte ihre Zuhörer auf, ihr eigenes Kalkutta zu finden.
Wer in meiner Umgebung ist arm, schwach, hilfos und gering? Mit dem was du hast, geh und kümmere dich um diese Person. Ein afrikanisches Sprichwort sagt: "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orte, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern." Finde dein Kalkutta, denn glücklich ist der, der sich um die Armen kümmert. 

Sprüche 9, 1 -6:  Die Weisheit hat ihr Haus gebaut und ihre sieben Säulen errichtet. Sie hat ein herrliches Festmahl bereitet, den Wein gemischt und den Tisch gedeckt. Sie hat ihre Dienstmädchen beauftragt, alle einzuladen. Ihre Stimme erklingt von den Hügeln über der Stadt: »Ihr Unerfahrenen, kommt in mein Haus.« Und zu denen, denen es an Weisheit fehlt, spricht sie: »Kommt, esst mein Brot und trinkt den Wein, den ich gemischt habe. Bleibt nicht länger dumm, denn ihr sollt leben. Geht den Weg der Weisheit.« 

Jeder ist eingeladen!

Samstag, 8. November 2014

Dankbarkeit und ihre Folgen


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 8

Gelesen:

Psalm 36 - 40
Sprüche 8

Zum Nachdenken:

Was wir bekommen  vs. was wir bereit sind zurückzugeben

In christlichen Kreisen wird immer wieder die Frage nach dem Zehnten diskutiert.  In 3. Mose 27, 30 bekommt das Volk Israel nämlich folgenden Auftrag: Ein Zehntel aller Erträge des Landes, sei es Getreide oder Früchte, gehört dem Herrn und ist heilig. Welches ist der Zehnte? Gebe ich den Zehnten vom Brutto- oder vom Nettoeinkommen? War der Zehnte nur für das Alte Testament? Wenn ich einen finanziellen Engpass erlebe (weil ich z.B. Haus gebaut oder Auto gekauft habe), wird Gott es schon verstehen, wenn ich weniger gebe, oder nicht? Ich tue viel Gutes, zählt das auch als „Zehnten geben“? Diese und andere Fragen werden zu diesem Thema gestellt.
Statt eine Antwort zu geben – die ich auch nicht habe – einige Verse aus den Psalmen und Sprüche, die zeigen, was wir durch Gott bekommen:

Psalm 36, 7b: Herr, du sorgst für Menschen und Tiere gleichermassen.

Psalm 37, 3 – 4: Vertraue auf den Herrn und tue Gutes, dann wirst du im Lande sicher leben, und es wird dir gut gehen.  Freu dich am Herrn, und er wird dir geben, was dein Herz wünscht.

Psalm 37, 18 – 19: Der Herr sorgt täglich für die, die recht tun, und was er ihnen gibt, gehört ihnen für immer. Sie werden in schweren Zeiten nicht umkommen und selbst in Hungersnöten werden sie mehr als genug haben.

Psalm 37, 25 – 26: Ich habe ein langes Leben hinter mir, doch nie habe ich erlebt, dass die, die auf Gott vertrauen, vergessen wurden, oder dass ihre Kinder um Brot betteln mussten. Vielmehr geben sie großzügig, und ihre Kinder sind für andere ein Segen.

Sprüche 8, 17 – 21: Die Weisheit lädt ein und verspricht: Ich liebe alle, die mich lieben, und wer mich sucht, findet mich. Ich biete euch Reichtum, Ehre, bleibenden Besitz und Gerechtigkeit. Meine Gaben sind kostbarer als feinstes Gold, mein Gewinn besser als reinstes Silber! Ich richte mich nach der Gerechtigkeit und gehe auf den Wegen des Rechts. Alle, die mich lieben, erben Reichtum, denn ich fülle ihre Schatzkammern.

Das sind nur einige von vielen Versen, die erzählen, was wir von  Gott bekommen. Bin ich dankbar dafür? Schätze ich, was ich jeden Tag bekomme – unverdient, ungefragt und oft ohne es bewusst wahrzunehmen? Was bin ich bereit zurückzugeben? UND: Erübrigt sich da nicht die oft kleinliche Frage nach dem Zehnten? Die Frage nach dem Zehnten kann mit der Frage nach der Dankbarkeit beantwortet werden: Bin ich dankbar? „Dankbare Menschen sind wie fruchtbare Felder; sie geben das Empfangene zehnfach zurück.“ (August von Koetzebue)


Freitag, 7. November 2014

Eine besondere Einladung


In einem Monat durch die Psalmen und Sprüche - Tag 7

Gelesen: 

Psalm 31 - 35
Sprüche 7

Zum Nachdenken:

Psalm 34, 9a: Schmecke und sieh, dass der Herr gut ist. 

Ein Gedanke zu diesem Vers aus dem Buch von John Ortberg "Ich einzigartich": "'Schmecken' ist ein Wort, dass dazu einlädt, etwas auszuprobieren. Und die Einladung wird von einem selbstbewussten Koch ausgesprochen. Sie müssen sich nicht verpflichten, den Teller leer zu essen. Sie können es einfach probieren - es schmecken. Wenn Sie es nicht mögen, dürfen Sie den Rest ruhig unberührt lassen. Doch der Koch ist zuversichtlich. Wenn Sie mal einen Happen porbiert haben, werden Sie den Teller auch leer putzen wollen."

Gott lädt ein, seine Freundlichkeit, seine Güte und sein Gut-sein zu probieren. Schmeck mal und schau wie gut ich bin - welch eine Einladung!

Sprüche 7, 4: "Liebe die Weisheit wie eine Schwester und mach die Einsicht zu einem Mitglied deiner Familie."

Warum ist Weisheit und Einsicht so wichtig? Sprüche 3, 13- 26 gibt die Antwort: "Glücklich ist der Mensch, der Weisheit findet und Einsicht gewinnt!  Denn der Nutzen der Weisheit ist größer als der Erwerb von Silber und ihr Gewinn ist wertvoller als Gold. 15 Sie ist kostbarer als Edelsteine; und alles, was du dir jemals wünschen könntest, ist mit ihr nicht zu vergleichen.  In ihrer rechten Hand hält sie für dich langes Leben bereit und in ihrer linken Reichtum und Ehre.  Die Wege, die sie führt, sind gut und begleitet von Frieden. Die Weisheit ist ein Baum des Lebens für alle, die sie ergreifen; wer an ihr festhält, ist ein glücklicher Mensch.  Durch Weisheit hat der Herr die Erde gegründet; durch Einsicht hat er den Himmel geschaffen. Seine Erkenntnis ließ aus den Quellen unter der Erde Wasser hervorsprudeln und aus den Wolken Regen fallen. Mein Sohn, verliere die Weisheit nie aus den Augen und handle stets umsichtig und besonnen. Dies wird dein Leben erfüllen und dir Ehre und Ansehen schenken.  Dann wirst du deinen Weg sicher gehen und deinen Fuß nicht anstoßen.  Du kannst dich ohne Angst schlafen legen und dein Schlaf wird erholsam sein.  Du brauchst dich nicht vor einem plötzlichen Unglück zu fürchten, auch nicht vor dem Untergang der Gottlosen, der über sie hereinbrechen wird. Denn der Herr ist deine Zuversicht. Er wird nicht zulassen, dass du in eine Falle gerätst."

Deshalb ist Weisheit und Einsicht fur mich wichtig!