Freitag, 1. Mai 2015

Eine lobende Persönlichkeit

Diese Tage las ich einen Satz, der mich seitdem nicht mehr loslässt. Ich schrieb ihn auf ein Blatt Papier, um ihn nicht zu vergessen. Der Satz lautet “Herr, hilf mir, eine lobende Persönlichkeit zu sein.” Stormie Omartian schrieb ihn in ihrem Buch “365 Gebete die stark machen.”
Mit “lobende Persönlichkeit” meint sie eine Person, die Gott anbetet und lobt. Ich dachte weiter darüber nach. Eine Person, die Gott anbetet und lobt, ist auch eher bereit, Menschen zu loben. Eine Person, die Gott lobt, sieht das Gute im Leben. Sieht seine Grösse und Herrlichkeit. Eine Person, die Gott lobt, ist eine dankbare Person. Sie sieht, was Gott ihr gibt und was das Leben zu bieten hat – auch wenn es durch schwere Zeiten geht. Eine Person, die Gott lobt, anerkennt, wer Gott ist und wer sie vor diesem Gott ist.
Eine lobende Persönlichkeit entwickelt sich kaum von alleine. Es ist eine Sache der Übung und der Gewohnheit. Und Stormie Omartian zeigt gleich einen praktischen Weg, wie ich eine lobende Persönlichkeit sein kann: ich bitte Gott darum. “Herr, hilf mir eine lobende Persönlichkeit zu sein.” Ein Satz. Herr, hilf. Hilf mir, dich anzubeten und zu loben. Hilf mir, dich zu sehen und ich werde dich preisen.
Probiere es aus. Bete jeden Tag diesen Satz und beobachte, wie Gott dir helfen wird, eine lobende Persönlichkeit zu sein.

Freitag, 3. April 2015

Zur Freiheit befreit

Diese Ostertage begegnet mir der Begriff “Freiheit” immer wieder. Als ich das Wort in der Bibel nachschaute, fand ich Galater 5, 1: "Zur Freiheit hat uns Christus befreit! So steht nun fest und lasst euch nicht wieder das Joch der Knechtschaft auflegen!" Als Christ bin ich zur Freiheit befreit. Einge Verse weiter, Vers 13, heisst es sogar, dass wir zur Freiheit berufen sind. Befreit und berufen, frei zu sein.
Während ich über diesen Freiheitsbegriff nachdachte, überlegte ich, wo und wie ich frei sein kann. Wie sieht ein freies Leben aus? Wovon kann und soll ich frei werden? Ein weiteres Wort, dass mir dazu in dem Sinn kam, war “Anerkennung”. Wir Menschen sind oft getrieben von dem Wunsch, Anerkennung zu bekommen. Der Duden beschreibt dieses Wort als: Würdigung, Lob, Achtung, Respektierung. Wir wollen gewürdigt werden. Wir sehnen uns nach Lob. Wir wünschen uns Achtung und Respekt. Wenn wir das bekommen, geht es uns gut. Bekommen wir es nicht, sind wir geneigt, sie auf jede erdenkliche Weise zu erlangen. Jeder von uns hat seine Methoden im Leben entwickelt, um Anerkennung zu bekommen. Oft handeln wir unbewusst, weil wir getrieben sind von dem Wunsch, Anerkennung zu finden.
Der gute Tozer (den ich für seinen radikalen Glauben schätze), sagte: “Ich muss Gott nicht nur für das Rechenschaft ablegen, was ich getan habe, sondern auch für meine Motive dabei.” Warum tue ich was ich tue? Warum sage ich was ich sage? Warum helfe ich? Warum bete ich? Warum gehe ich zur Kirche? Warum handle ich wie ich handle? Was ist der Wunsch hinter meinem Handeln? Bin ich vielleicht unbewusst aus der Suche nach Anerkennung?
Natürlich tut Anerkennung gut und motiviert uns. Joyce Meyer schreibt in ihrem Buch “Das Schlachtfeld der Gedanken”: “Anerkennung, Wertschätzung auszudrücken tut nicht bloß dem anderen gut, sondern auch uns selbst, weil es in uns Freude freisetzt.” Und Freude wollen wir doch alle erleben, also muss ich daran arbeiten, Anerkennung zu bekommen. Anerkennung setzt Freude frei. Es dreht sich wieder (und wie so oft schon) nur um mich. Bin ich dann wirklich frei?
Wie sieht ein Leben frei von Anerkennung aus, besonders in diesen Tagen, wenn wir uns ganz bewusst daran erinnern, dass Jesus für uns am Kreuz gestorben ist? Ich lasse Menschen zu Wort kommen, die grosse Wahrheiten, in kurzen Sätzen packen können:

“Wer begreift, dass er der Geliebte Gottes ist, der braucht nicht mehr durch die Gegend zu laufen und um Anerkennung zu betteln.” Henri Jozef Machiel Nouwen
Einen grössere Liebestat als der Kreuzestod Jesu gibt es nicht. Wer noch daran zweifelt, dass er ein geliebter Mensch ist, sollte vielleicht einige Stunden in Gedanken am Kreuz verbringen.

Hier noch einmal die Bestätigung:
“Wir müssen uns nicht wertvoll machen und um Anerkennung kämpfen. Wir sind wertvoll, weil Gott uns lieb hat.” Peter Strauch
Ich bin anerkannt. Ich habe die wichtigste Anerkennung, die es auf der Welt gibt. Warum noch weiter suchen?

“Wir sind dazu geschaffen, die Anerkennung Gottes zu suchen. Jede andere Anerkennung ist nur ein müder Abglanz davon.”  Gordon MacDonald
Wir sind von Gott anerkannt. Diese Bestätigung finden wir überall in unserem Alltag. Wir brauchen sie nur suchen.

“Wenn wir uns selbst so annehmen, wie wir sind, dann nimmt dadurch unser Hunger nach Macht oder Anerkennung ab.” Brennan Manning

Wie bin ich? Ich bin ein Mensch, auf der Suche nach Anerkennung. Doch weil Jesus am Kreuz starb, für mich, weil er mich so sehr liebte und weil ich in seinen Augen wertvoll bin, bin ich ein geliebter, wertvoller und anerkannter Mensch in den Augen Gottes. Wie Gott mich sieht, zählt mehr als alles andere auf dieser Welt. Seine Anerkennung soll mir genug sein. Er hat anerkannt, wer ich bin (ein Mensch auf der Suche nach Anerkennung) und mich davon befreit – durch den Tod am Kreuz. Jetzt bin frei! Ich bin zur Freiheit befreit und berufen.
Frohe Freiheitstage wünsche ich meinen Lesern!!!

Sonntag, 22. März 2015

Die wahre Kraft für mein Leben

Zum Geburtstag bekam ich eine Karte, auf der geschrieben stand: “Auch ein starker Bogen braucht ab und zu Entspannung.” Und auf der Rückseite der liebevolle Hinweis: “Vergiss das nicht.”
Entspannung steht unter anderem für Stressabbau und das Vermindern der körperlichen und seelischen Anspannung. Auch für das Entlasten der Muskulatur. Abbauen, vermindern und entlasten. Ent-spannen. Die Spannung nehmen.
In der vergangenen Woche wurde mein Lebensbogen stark beansprucht, manchmal bis zu meinen Grenzen gebogen. Um die Spannung des Biegens auszuhalten, war Entspannung wichtig. Locker lassen um neue Spannkraft zu bekommen, war gefragt. Doch wie entspannen, wenn alles angespannt ist? Für michist es immer eine Herausforderung, in Zeiten der grössten Spannung zu entspannen.
Meine Lieblingsbloggerin, eine ältere Dame aus Australien,schreibt immer wieder, dass das Leben, das wir uns wünschen, uns nicht auf einem silbernen Tablett gereicht wird. Wir müssen es uns selber erarbeiten. Entspannung kommt von nicht von selber. Keiner sagt: “Komm, lehn dich mal zurück. Ich mache die Arbeit für dich.” Im Gegenteil, für Zeiten der Entspannung muss ich kämpfen und vielleicht sogar manche Leute enttäuschen, weil ich ihre Erwartungen und Wünsche nicht erfülle.

Entspannung sah für mich vorige Woche so aus:

  • Die Nachmittage bleiben frei von jeglichen Verpflichtungen und Besucher sind nur in Ausnahmefälle erlaubt. Die vielen Hausaufgaben der Kinder und der Haushalt haben dann höchste Priorität.
  • Programme am Abend teilen wir uns als Ehepaar ein. Das erspart uns einen Babysitter und einer von uns hat die Gelegenheit, sich einen gemütlichen, ruhigen Abend zu machen.
  • Mein Geburtstag habe ich mit einigen guten Freundinnen gefeiert und mir vorher die Zeit genommen, einige neue Rezepte auszuprobieren. Das ist für mich Entspannung pur.
  • Statt die volle Länge eines Seminars mitzumachen, brachte ich meinen Beitrag und fuhr gleich danach mit unserem Sechsjährigen baden. Wir liessen Menschen, Vorträge und Diskussionen hinter uns und liessen uns im Wasser treiben.
  • Die Hauptmahlzeiten bestanden (fast) nur aus Resten. War ich froh, dass ich soviele Reste im Tiefkühler fand.
  • Heute, am Sonntag, lassen wir es langsam angehen. Getan wird nur das Nötigste. Und es gibt wieder Reste zum Essen. Schlafen, faulenzen, sitzen und Terere trinken und dann wieder schlafen und sitzen.

Entspannung ist nötig, um den Lebensbogen wieder spannen zu können. Noch wichtiger ist für mich, die Kraft zu finden, um die Spannung auch über eine gewisse Zeit halten zu können. In anderen Worten, ich brauche auch Ausdauer und Durchhaltevermögen. Nach einer Anspannung kann ich entspannen. Doch die Entspannung alleine gibt mir nicht die Kraft für die nächste Anspannung. Locker lassen bildet keine Muskeln. Durch Entspannung entwickle ich keine Ausdauer. Durchhalten kommt nicht von locker lassen.
Um den Bogen halten zu können, brauche ich Kraft. Doch woher die Kraft nehmen? Ich gewinne Kraft in der persönlichen Beziehung zu Gott. Wenn ich regelmässig mit Gott rede, erkenne ich, wo ich meinen Lebensbogen locker lassen und wo ich ihn mehr anspannen kann. Ich sehe, wo ich falsch anspanne und wo ich egoistisch Entspannung fordere. Das Lesen der Bibel hilft mir, die Grösse und Kraft Gottes besser zu erfassen und zu lernen, wo ich seine Kraft wirken lassen kann, ohne meine Kraft zu überfordern. Wie oft versuche ich, selber zu handeln, statt Gott um Hilfe zu bitten. Je intensiver ich mich mit Gott beschäftige, desto stärker wird mein Bogen. Desto mehr kann ich zurücktreten und Gott durch mein Leben wirken lassen. Ich brauche nicht mehr selber Kraft entwickeln, sondern lasse seine Kraft durch mein Leben fliessen. Anders gesagt: ich brauche nicht die Quelle sein, sondern bin nur ein Wasserrohr, durch dem das Quellwasser fliesst.
Das Zurücktreten verschafft mir gleichzeitig Zeit, zum entspannen. Arbeit Arbeit sein zu lassen, Seminare zu schwänzen und das Leben mit einem neu ausprobierten Rezept zu feiern.
Anspannung aushalten, den Bogen halten, Entspannung erleben, Kraft entwickeln, Ausdauer haben – ein gesundes Gleichgewicht erlebe ich in der persönlichen Beziehung mit Gott. Er ist die wahre Kraft in meinem Leben.

Donnerstag, 12. März 2015

Wenn die ganze Welt taub wäre

Gestern habe ich zuviel gesprochen. Nach zwei Unterrichtsstunden am Vormittag und einen Vortrag am Abend versagte meine Stimme. Grippe plagte mich schon seit einiger Zeit und jetzt hatte das viele Reden die Stimmbänder überfordert.
Heute lege ich einen Tag des Schweigens ein. Und während ich überlegte, wie ich nur das Nötigste sprechen würde, fiel mir der Artikel “Wenn die ganze Welt blind wäre” ein. Wenn alle blind wären, wer würde mich wahrnehmen? Heute formuliere ich es für mich um: wenn die ganze Welt taub wäre, wer würde mich wahrnehmen? Würden die Menschen um mich herum etwas vermissen, wenn sie mich nicht hören könnten? Oder würden sie erleichtert sein, mich nicht mehr hören zu brauchen? In anderen Worten: ist mein Reden aufbauend, ermutigend, sinnvoll, weise und positiv?
In der Bibel finden wir ganz viele Verse, die uns Mut machen, unsere Worte mit Bedacht zu wählen. Darauf zu achten, was aus unserem Mund kommt. Jesus geht noch einen Schritt zurück und erklärt, wo es sich entscheidet, welche Worte wir sprechen. Nämlich im Herzen. In Matthäus 15, 18 und 19 heisst es: “Böse Worte aber kommen aus einem bösen Herzen und machen den Menschen, aus dessen Mund sie kommen, unrein. Aus dem Herzen kommen böse Gedanken wie zum Beispiel Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, Lüge und Verleumdung.”
Die Frage geht tiefer. Statt auf meine Worte zu achten, sollte ich mich fragen, wie es in meinem Herzen aussieht. Wie sieht mein Herz aus? Entstehen in meinem Herz Worte der Liebe, der Ermutigung, der Freude, des Friedens oder der Sanftmut? Ist mein Herz mit Liebe, mit Mut, mit Freude, mit Friede oder Sanftmut gefüllt? Oder ist mein Herz unruhig, verzweifelt, entmutigt, traurig und unzufrieden? Spreche ich negativ über andere? Rede ich nur von mir und finde kein gutes Wort für andere?
Mein Herz ist die Quelle meiner Worte. Und was aus meinem Mund kommt, zeigt, wie mein Herz ist. Wenn jetzt die ganze Welt taub wäre, wie würde sie mich wahrnehmen? Franziskus von Assisi soll gesagt haben: “Verkündige das Evangelium. Wenn nötig, nimm Worte dazu.” Wäre ich in der Lage, ohne Worte die Liebe, die ich bei Gott erlebe, weiterzugeben?
Meine Stimmbänder brauchen heute Ruhe um zu heilen und ich habe viel Zeit über mein Reden und meine Worte nachzudenken. Wenn nötig – wie Franziskus von Assisi  sagt – will ich Worte nehmen. Die übrige Zeit verbringe ich schweigend.

Sonntag, 1. März 2015

Lohnender Verzicht

"Das wahre Glück ist die Genügsamkeit, und die Genügsamkeit hat überall genug."
 Johann Wolfgang von Goethe

"Was es alles gibt, was ich nicht brauche!"
Aristoteles

Bevor wir das wahre Glück der Genügsamkeit erleben und erkennen, was wir alles nicht brauchen, ist entrümpeln angesagt.  Uns trennen von Sachen, Gegenständen und Gedanken oder Gewohnheiten die uns das Leben erschweren statt erleichtern. Wie soll ich Genügsamkeit erfahren, wenn meine Schränke überquellen? Wie kann ich mein Leben zufrieden leben, wenn negative Worte und Angewohnheiten meinen Alltag bestimmen?
Die Wochen vor Ostern sind auch Fastenwochen. Menschen verzichten bewusst auf etwas, dass ihnen wichtig ist. Wie wäre es, wenn wir auf das Zuviel in unserem Leben verzichten? Auf das Zuviel, dass uns niederdrückt und deprimiert? Auf das Zuviel, dass unseren Alltag schwerer statt leichter macht?
Hier eine ganz bunte Liste von Gedanken, Gewohnheiten und Gegenstände, die wir entrümpeln können. Die Liste ist einfachheitshalber nach dem ABC geordnet. Vielleicht findest du paar Ideen, die in den nächsten Tagen und Wochen aus deinem Alltag, deinem Leben oder Haushalt verschwinden dürfen.

Abgelaufene Lebensmittel
Abgelaufene oder nicht mehr benötigte Medikamente
Alle digitale Gegenstände, die nicht mehr funktionieren oder nicht gebraucht werden
Alles was defekt ist und nicht repariert werden kann
Alte Geburtstags- und Weihnachtskarten, Einladungen usw.
Alte Kochtöpfe, die nicht gebraucht werden
Alte Schuhe, die doch nicht angezogen werden
Alte Zeitungen und Zeitschriften
Angst vor dem Entrümpeln
Ärgerliche Gedanken
Bücher, die keiner mehr liest
Computerprogramme und  Apps, die du nicht benutzt
Deko die nicht mehr gebraucht wird (Trockenblumen, Girlanden, usw.)
Den Drang, immer im Mittelpunkt zu stehen
Die Angewohnheit, alles zu behalten und aufzubewahren
Die Gewohnheit, ständig aufs Telefon zu schauen
Eingefrorene Reste im Tiefkühler, die doch keiner essen will
Fernsehen
Gerüchte weitertragen
Getränke die zuviel Kalorien enthalten (lieber Wasser trinken)
Jammern
Kaputtes Spielzeug
Kinderzeichnungen (nur die wichtigsten halten)
Kleider, die seit einem Jahr nicht mehr getragen werden
Kosmetik, Parfums und Toilettenartikel, die du doch nicht brauchst
Küchengeräte, die nur Staub ansammeln (sprich: die nie gebraucht werden)
Leere Flaschen, Dosen und Behälter
Liebloses Verhalten
Möbel die in der Ecke stehen oder stören
Negativ reden über andere und über sich selbst
Negative Gewohnheiten
Rezepte, die doch nicht ausprobiert werden
Snacks, die ungesund sind
Sorgen
Unangenehme Erinnerungen aus der Vergangenheit
Ungesunde Essgewohnheiten
Verletzungen (in dem wir die betreffenden Personen vergeben)
Werbungen
Zuviel Zeit mit Facebook, Twitter, WhatsUp usw.
Zuviele Worte

"Der Weise verzichtet auf alles worauf sich irgend verzichten läßt, denn er weiß, daß jedes Ding eine Wolke Unfrieden um sich hat."
Christian Morgenstern

Samstag, 21. Februar 2015

Lesetagebuch

Schulanfang. Beide Kinder sind am Vormittag im Unterricht. Für mich eine neue Erfahrung. Ungewohntes Wetter. Wir haben Regenwetter statt 40º Celsius. Und irgendwie fehlte mir in den letzten Tagen und Wochen die Konzentration zum Lesen und Schreiben.
Gelesen habe ich hier und da etwas. Dabei sind mir vier Gedanken sitzengeblieben und haben mich zum Nachdenken angeregt.

“Das Leben kann auf wunderbare Weise rau sein. Tun Sie alles, um diese Rauheit nicht zu verpassen. Hören Sie nicht auf die Klage derer, die sich mit einem Leben zweiter Klasse begnügen und von Ihnen verlangen, dasselbe zu tun, damit sie sich nicht schuldig fühlen müssen. Wir streben nicht ein langes Leben an, sondern das wahre Leben.” (Max Lucado in Gnade für den Augenblick. Andachten für jeden Tag des Jahres)

“Es fällt mir viel leichter, für meinen Mann, meine Kinder, Angehörige, Freunde, Bekannte und Menschen, von denen ich in den Nachrichten gehört habe, zu beten als für meine eigene Bedürfnisse.” (Stormie Omartian. Mein Gebet macht mich stark.)
Bei diesem Satz fühlte ich mich ertappt. Ich bete zu wenig für einen stärkeren Glauben, für mehr Vertrauen, für tieferes Bibelwissen oder um Freude in der Gegenwart Gottes zu erleben.

“Irgendwann auf all diesen Kilometern von Gleisen, auf denen wir im Zickzack durch Europa fuhren, wurde mir klar, dass zwei Arten gab, Geld auszugeben: Wir konnten es so ausgeben, dass die Welt es sah, oder wir konnten es so ausgeben, dass wir die Welt sahen. Die zweite Art erwies sich als die bessere.” (Susan Pohlman. Unser italienisches Jahr. Eine Familie steigt aus – und findet wieder zueinander.)

In einem Fitnessprogramm fiel der Satz: Our body is designed for motion – not stay at one place and sit around the whole day. (Unser Körper ist dazu geschaffen sich zu bewegen  - nicht um auf einen Platz zu bleiben und den ganzen Tag zu sitzen.)

Die Rauheit des Lebens suchen und erleben, für die eigenen Bedürfnisse beten, zu überlegen, wie man das Geld ausgeben will und sich bewegen – ich wünsche dir ein tolles Wochenende!!!!

Freitag, 13. Februar 2015

Lebe deinen Traum

Jeder Mensch hat einen oder mehrere Träume. Es sind materielle Dinge, Ereignisse und Momente die wir uns wünschen und auf die wir hoffen. Manche Träume erfüllen sich fast von selbst, andere brauchen eine Menge Arbeit, um sie verwirklichen. 
Ein kleiner Traum von mir ist, einen Garten zu haben, von dem ich meine Familie ernähren kann. Wo alles wächst, was ich für den täglichen Verzehr brauche. Das ist im Vergleich zu meinen anderen Träumen (z.B. eine Weltreise machen) nur ein kleiner Traum.
Doch um diesen Traum von einem Gemüsegarten zu verwirklichen, brauche ich einen Plan. Eine Strategie, die mir hilft, den Traum zu erfüllen. Von selber geschieht nichts. Bei kaum einen unserer Träume. Keiner drückt uns einen Ferrarischlüssel in die Hand. Keiner schenkt uns ein Ticket für eine Russlandreise oder überschreibt uns ein neues Haus. Es ist manchmal Knochenarbeit, um den Traum Schritt für Schritt wahr werden zu lassen. 
Träume können wahr werden und es sind viele Bücher geschrieben worden, die uns dabei helfen können. (Vorausgesetzt wir lesen die Bücher). Ich habe die vielen Ideen und Theorien auf einige einfache Schritte reduziert. Vielleicht helfen sie dir, deine Träume in Angriff zu nehmen und Realität werden zu lassen.

Der erste Schritt: schreibe deinen Traum auf. Wovon träumst du? Was wünschst du dir? Was willst du erreichen? Was ist dein Ziel? Schreibe es auf. Praktisch:  Mein Traum: einen Gemüsegarten haben

Der zweite Schritt: Bestandsaufnahme des schon Vorhandenen. In anderen Worten, schaue, was du schon hast oder wo du schon bist. Duden definiert das Wort Bestandsaufnahme als das “Zählen und listenmäßiges Erfassen vorhandener Bestände”. Praktisch: mein Gemüsegarten-Traum liegt näher als ich denke, denn ich habe Paprika, Radieschen, Sauerampfer, Chirimoya, Schnittlauch, rote Pfefferschoten und saure Apfelsinen. Und ganz viele kleine Gemüsepflänzchen, die in einigen Wochen verpflanzt werden können. Ausserdem habe ich genug Platz um zu pflanzen, ich habe viel Gemüsesaat, genügend Wasser und gute Bücher plus tolle Internetseiten, die mir nützliche Tipps und Infos geben.

Der dritte Schritt: Fehlendes ergänzen. Der dritte Punkt ist wohl der längste Schritt. Wer von einem eigenen Auto träumt, hat vielleicht schon ein kleines Guthaben und eine Garage. Doch um das “Fehlende zu ergänzen” braucht es noch einige Monate oder Jahre des Sparens. Meines Erachtens scheitern hier viele Träume. Beim Durchhalten. Beim Warten bis das Fehlende ergänzt ist. Die meisten Träume sind realisierbar – wenn wir durchhalten. Es braucht eine Menge Disziplin und Motivation. Deshalb ist mir der zweite Schritt so wichtig. Das wir schauen, was schon da ist. Das gibt die nötige Motivation und Disziplin für Schritt Drei. Praktisch: die nächsten Wochen und Monate werden gefüllt sein mit aussäen, verpflanzen, giessen und und und. Sprich: Gartenarbeit pur

Damit der dritte Schritt erfolgreich ergänzt wird, ist ein vierter Punkt wichtig: gehe weise mit Kritik um. Wir sind unsere grössten Kritiker! “Das schaffe ich doch nie!” “Das wird immer nur ein Traum bleiben.” “Wer bin ich schon, dass gerade dieser Traum wahr werden wird?!” Solche und ähnliche Sätze gehen durch den Kopf, wenn wir uns an die Traum-Arbeit machen. Es gibt auch Menschen, die die Gabe haben, jeden Traum einen Dämpfer zu verpassen. “Viel zu teuer!” oder “Das kostet zuviel Zeit, Geld, Kraft, Arbeit usw.” “Das kann nicht gelingen.” Diese Sätzen werden oft gerade von den Menschen ausgesprochen, von denen wir Ermutigung statt Entmutigung erwarten. Von den Menschen, die uns am nähesten sind. Sie werden nicht gesagt, um uns zu entmutigen, sondern sie wollen uns vor Enttäuschung und Versagen bewahren. Ich bin selber schuldig, solche und ähnliche Sätze ausgesprochen zu haben. Aus lauter Liebe. Und bewirken tun sie genau das Gegenteil. Deshalb ist hier Weisheit gefragt. Weisheit, um mit dem eigenen Kritiker in mir fertig zu werden und Selbstzweifel zu überwinden. Und Weisheit, um mit kritische und entmutigende Kommentare umzugehen.

Ein fünfter und letzter Schritt: sich den Traum immer wieder vor Augen halten. Träume. Phantasiere. Mal dir aus, wie es sein wird, wenn dein Traum wahr sein wird. Stell dir vor, du wohnst in deinem neuen Haus. Male dir aus, wie es sein wird, eine Weltreise zu machen. Praktisch: mein Gemüsegarten-Traum habe ich in Pinterest in Bilder festgehalten. Wenn ich mutlos werde oder die Sonne unbarmherzig auf die Erde brennt, klicke ich meine Seite an und träume von meinem zukünftigen Gemüsegarten.

Ein Traum kann in fünf Schritte wahr werden: schreibe deinen Traum auf. Mache eine Bestandsaufnahme. Ergänze das Fehlende. Gehe weise mit den Kritikern um. Träume deinen Traum. 
Wer eine längere Erklärung und noch zusätzliche Schritte braucht, kaufe sich ein Buch zum Thema oder surfe im Internet für praktische Tipps. Alles, was hilft, den Traum zu verwirklichen. Damit ein Traum nicht nur ein Traum bleibt. Das ist das Wichtigste: dass wir unser Bestes geben, um unsere Träume wahr werden zu lassen. Lebe deinen Traum!

Dienstag, 10. Februar 2015

Finde deinen Weg


Mein liebes Kind,


lange habe ich überlegt, wie ich dir helfen kann, deinen Beruf und dein Leben zu meistern. Dein Beruf stresst dich und wir haben wiederholt darüber gesprochen. Je länger ich über dich nachdenke, desto klarer wird mir, dass ich dir nicht helfen kann. Klar, ich kann dir paar kluge Ratschläge und praktische Tipps geben. Ich kann dir Bücher geben, die du lesen kannst –falls du Zeit hast. Doch eine wirkliche Hilfe können alle Gespräche, Ratschläge und Bücher nicht sein.
Irgendwie frustrierend, nicht wahr? Keiner kann dir helfen. Auch den Beruf wechseln würde nur vorübergehend eine Lösung sein. Du könntest umziehen und auch das wäre keine wirkliche Hilfe. Es gibt keine Hilfe.
Doch es gibt einen Weg, den du gehen kannst. Einen ganz besonderen Weg. Deinen eigenen! Und das ist mein Wunsch für dich. Das du deinen eigenen Weg findest und gehst. So manches in unserem Leben tun wir anderen zum Gefallen. Manche lernen Musikinstrumente, weil die Eltern es sich wünschen. Andere wählen ein Studium, dass den Erwartungen der Eltern entspricht. Andere heiraten jemanden, der gut zu der Familie oder zu den Freunden passt. 
Wir wollen gefallen, Erwartungen erfüllen und uns anpassen. Dabei verlieren wir unseren eigenen Weg aus den Augen. Wir – jede einzelne Person – kommt mit einem ganz bestimmten Plan auf diese Welt. Dieser Plan steht oft nicht im Einklang mit den Wünschen und Erwartungen der Eltern oder der Gesellschaft. Wenn ich an meine eigenen Kinder denke, habe ich viele gute Wünsche für sie. Gleichzeitig weiss ich, dass Gott einen einzigartigen Plan mit ihnen hat, der mir vielleicht nicht immer gefallen wird. Ich will meine Kinder so gerne vor Enttäuschungen, Schmerz und Versagen schützen und deshalb möchte ich sie am liebsten überbeschützen. Doch das ist nicht der Plan für ihr Leben. Genauso wie ich Enttäuschungen und Schmerz überlebt habe und meinen eigenen Weg gefunden habe – trotz und dank meiner Eltern – so werden meine Kinder es auch.
Das, mein liebes Kind, ist dein Weg. Dich von den Erwartungen, Vorstellungen und Wünsche um dich herum zu lösen und deinen eigenen Weg zu finden. Ich habe dich im Strassenverkehr beobachtet. Du richtest dich beim Fahren nach dem Auto vor dir. Fährt es schnell, fährst du auch schnell. Bremst es, musst du auch bremsen. Fährt es langsam, fährst du auch langsam. Finde deinen eigenen Stil. Fahre dein Tempo. Egal wie die Autos um dich herum fahren. Richte dich nach den Verkehrsordnungen, aber nicht nach den Autos.
Finde deinen eigenen Weg beim Unterrichten. Du liebst die Musik. Und die Musik hat ihren eigenen Stil. Mal ist sie laut, mal leise. Mal schnell, mal langsam. Mal dieses, mal jenes. Sie hat ihre eigene Geschwindigkeit, ihre eigene Melodie, ihre eigenen Töne. Sie passt sich keinem an. Wer ein Musikstück spielen will, muss sich nach den Noten richten. Nicht das Musikstück passt sich an, sondern der Musiker. Es wäre toll, wenn du das auf deinen Unterricht übertragen könntest. Stell dir einfach vor, du wärst ein ganz besonderes, einzigartiges Lied. Wer dich hören will, muss die Noten so spielen, wie du sie vorgibst. Nicht du richtest dich nach den Schülern, sondern die Schüler und deren Eltern richten sich nach dir. Du bist das Lied, das gespielt wird. Und das Tolle an der Sache ist: wenn die Schüler lernen, sich nach deiner Melodie zu richten, werden sie ihre eigene Melodie finden.
Finde deinen Stil. Geh deinen Weg. Fahre dein Tempo. Spiele deine Musik. Befreie dich von den Vorstellungen und Erwartungen der anderen und lebe den einzigartigen Plan aus, den Gott für dich bereithält.
Erinnerst du dich noch an das Stil-Buch, dass wir im Kreativitätskursus machten? Jede suchte sich ihren Stil. Klebte Bilder und Texte hinein, die ihr gefielen. Keine sagte der anderen, was schön war oder was sie in ihr Stil-Buch kleben sollte. Dein Leben ist dein eigenes Stil-Buch. Finde heraus was du magst, was dir gefällt und was du nicht magst und was dir nicht gefällt. Horch in dich hinein, um deine eigene Melodie zu finden. Und wenn du sie gefunden hast, spiele sie so laut und so oft, dass jeder in deiner Umgebung sie hört und kennt.
Ich freue mich schon auf die nächste Autofahrt mit dir! Sei fest umarmt, mein liebes Kind. 

Sonntag, 8. Februar 2015

Lesetagebuch

Ich lese gerne und ich schreibe gerne. Beides kombiniert ergibt ein Lesetagebuch. Hier schreibe ich Sätze und Gedanken auf, die ich gelesen habe und nicht gleich wieder vergessen will. Statt das Geschriebene zurück ins Regal zu stellen und verstauben zu lassen, stelle ich es in meinem Blog. Vielleicht profitiert die eine oder der andere davon.

Was ich diese Woche gelesen habe:

“Gott steht nicht hilflos vor dem Bösen in der Welt. Ihm steht nicht der Mund offen vor der Tiefe unseres Glaubens oder der Tiefe unseres Versagens. Wir können ihn nicht überraschen mit unseren Grausamkeiten. Er weiβ, wie es um die Welt steht… und liebt uns denoch.”
Max Lucado in “Staunen über den Erlöser” Seite 144

“Nothing will ever be handed to us on a platter with a card that says, you deserve this.” (Nichts wird uns jemals auf einer Servierplatte gereicht mit einer Karte die sagt, du hast es dir verdient.)
Rhonda Hetzel in http://down---to---earth.blogspot.com/2015/02/house-work.html 
Ein mutmachender Artikel über die Wichtigkeit der Hausarbeit.

Beim Lesen der Psalme lernte ich etwas Neues:
Psalm 21, 7: “Du machst ihn für alle Zeiten zum Segen für andere und erfüllst ihn durch deine Gegenwart mit Freude.” 
Ich stockte und überlegte, ob ich schon mal darum gebeten hatte, ein Segen für andere zu sein. Ich bitte Gott, andere zu segnen, meine Familie zu segnen oder mich zu segnen. Aber Gott bitten, dass ich ein Segen für andere bin? Wenn ich das bete, ändert sich auch so einiges in meinem Verhalten, nicht wahr?
Und der zweite Gedanke: Freude in der Gegenwart Gottes erleben. Bibellesen und beten ist langweilig? Warum Gott nicht um Freude in seiner Gegenwart bitten? “Gott erfülle mich mit deiner Freude, wenn ich deine Nähe suche.”

Zum Schuss ein lustiger Ausspruch, den ich auf Pinterest fand:
“Warum sollte man drei Minuten telefonieren, wenn man eine Sache auch in acht Stunden per WhatsApp klären kann?”

Montag, 2. Februar 2015

Weniger ist mehr


“Warum klagst du Dschâmî, dass kein Mensch dein Wort begehrt? Rede minder, Minderkeit vermehrt der Ware Wert.” 
(Maulânâ Abdurrhamân Dschâmî, persischer Dichter, 1414 – 1492)
Hart, aber wahr. Wer zuviel spricht, will bald nicht mehr gehört werden. Wer nur von sich spricht, wird langweilig. In anderen Worten: weniger ist mehr. Ob mit Worten oder Hab und Gut. Weniger Haben ist mehr Leben. Weniger Sorgen ist mehr Leben. Weniger Worte ist mehr Lebensfreude. Weniger ist einfach mehr. Und wie wir zu diesem weniger kommen, findet ihr hier (auf dem Artikel klicken):



Aufgegeben (meine Einstellung entrümpeln) 

Frei sein (mein Herz entrümpeln) 

Es geht nicht um mich (mich selber loslassen) 

Auf Wechsel gefasst sein (Menschen loslassen)



Jeder Gegenstand, jeden Gedanken und jede Einstellung die uns am Leben hindert, dürfen wir getrost loslassen und frei werden. Lass los und erlebe das Mehr, das uns das Weniger gibt.